Letztes Wochenende fand zum dritten Mal die Animagic hier in Mannheim statt und wie so oft zieht es mich hauptsächlich dahin um Filme auf großer Leinwand zu schauen. Anime werden auch wenn sie etwas präsenter werden, doch im Kino eher noch einen Randplatz, den sie nicht verdienen. Ich habe mir vorgenommen, jeweils ein Review zu den diesjährig angeschauenen Filmen zu machen. Den Anfang macht das Werk „I Want to Eat Your Pancreas!“ Und generell gilt keines der Reviews wird spoilerfrei sein, also nervt nicht.

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„I Want to Eat Your Pancreas!“ ist eine Umsetzung des gleichnamigen Webromans von Yoru Sumino und erschien letztes Jahr in Japan und Anfang Januar diesen Jahres auch in Deutschland. Die Handlung des Films fängt quasi kurz vor seinem Schluss mit der Trauerfeier fĂźr Sakura Yamauchi, den weiblichen Hauptcharakter, an. Shiga Haruki liegt zusammengekauert auf seinem Bett und traut sich nicht auf die Trauerfeier zu gehen und rätselt darĂźber ob Sakura seine letzte Nachricht noch lesen konnte. „Ich mĂśchte dein Pancreas essen!“

Damit beginnt mit Rückblende die Geschichte, wie sich Sakura und Shiga im Krankenhaus kennenlernen. Sakura weiß, dass ihre Bauchspeicheldrüse versagen wird und dies wird eher früher als später geschehen. Jedoch außerhalb ihrer Familie, weiß dies niemand. So beginnt sich ein Band zwischen Shiga und ihr aufzubauen, als er im Krankenhaus ihr Krankheitsbuch aufhebt und einige Seiten liest, wodurch er von ihrem Schicksal erfährt.
Während es fßr Shiga nichts wirklich ändert und es ihm auch herzlich kalt lässt, fängt Sakura an die Nähe zu ihm zu suchen und eine Freundschaft mit dem introvertieren EigenbrÜdler aufzubauen, gegen seinen Willen. Denn sie ist froh darßber, dass es endlich jemanden gibt, der ihr Geheimnis kennt und es zudem auch nicht offen herumerzählt. Gerade das Shiga nicht mit anderen wirklich redet, fßhrt auch zu Gerßchten und Aggression ihm gegenßber, da niemand so recht versteht was die allseits beliebte Sakura an ihm findet. Gerade Sakuras beste Freundin Kyoko ist nicht gerade die freundlichste Shiga gegenßber. Jedoch verendert sich Shiga mit der Zeit ein Kleinwenig und es stÜrt ihn auch weniger, dass Sakura ihn quasi in ihr Leben entfßhrt und dann ist plÜtzlich alles vorbei.

„I Want to Eat Your Pancreas“ ist ein recht merkwĂźrdiger Titel und wenn man ihn einfach so hĂśrt, fällt es recht schwer sich darunter etwas vorzustellen. Eventuell denkt man noch an einen Horrorfilm oder ähnliches jedoch ist es ein Liebesdrama mit einer Prise Slice of Life. Auch wenn Liebe und Romantik vorkommen, ist es nicht das Hauptthema der Geschichte, sondern das Thema Sterblichkeit und deren Umgang damit. Bis auf wenige Augenblicke ergibt sich das GefĂźhlt, dass Sakura sehr gut mit der Situation umzugehen weiß. Jedoch hat sie im inneren sehr wohl damit zu kämpfen, dass sie mit niemanden außer ihrer Familie Ăźber ihren Zustand reden kann. Gerade gegenĂźber sind ihre BefĂźrchtungen am größten. Und Shiga braucht definitiv jemanden wie Sakura in seinem Leben um sich selbst weiterzuentwickeln. Das gerade dann bei Teenagern doch mehr daraus wird, ist dann auch irgendwie verständlich.
Trotz des ernsthaften Themas ist es jedoch kein todernster Film. Gerade die trockene, nßchterne und leicht sarkastische Art Shigas lockert das ganze auf. Was ich fßr sehr wichtig erachte, da man sonst den Film schwerlich durchstehen kÜnnte. Es ist dabei aber gleichzeitig auch nicht ßbertrieben, so dass das Thema nicht ins lächerliche gezogen wird.

Was mir nicht gefiel, war die Tatsache von Sakuras Tod direkt zu beginn. Nicht, dass sie gestorben ist, sondern es wird jedem halbwegs mitdenkendem direkt klar, dass sie nicht ihrer Krankheit erliegt. Warum sollte Shiga sonst so darßber nachdenken, ob sie seine letzte Nachricht noch gelesen hat. Es war zwar dann nicht der von mir erwartete obligatorische Autounfall, aber es war wie erwartet ein fßr die Protagonisten unerwartet Tod. Ob es hätte besser gemacht werden kÜnnen?

Der Film wurde komplett synchronisiert, als hat eine vollständige deutsche Sprachausgabe, zu der ich mich nicht wirklich äußere. Meine Anfänge mit Anime stammen aus einer Zeit, in der dies eine Seltenheit war und daher fühlt es sich für mich schon vornherein falsch an. Ich wage auch nicht zu beurteilen, ob die Synchro nun gut oder schlecht ist, dazu schaue ich zuwenig ohne Untertitel.

Die Animation ist auf aktuellem Stand und da gibt es nichts zu meckern, außer vielleicht, dass trotz des gefühlvollen Themas zu wenig Gefühle in den Gesichtern zu erkennen sind.

Viele mag allein schon das Thema abschrecken und ich bin ganz ehrlich, wenn ich vor der Vorführung nachgeschlagen hätte um das Thema zu erfahren, weiß ich nicht ob ich ihn mir angeschaut hätte. Jedoch bin ich froh, ihn gesehen zu haben und ich werde ihn mir auch definitiv noch einmal in Japanisch mit Untertiteln anschauen, denn für mich gehört sich das so. Er mag vielleich auch nicht an andere Machwerke der letzten Zeit herankommen, aber es ist ein guter emotionaler Film, der möglicherweise dem einen anderen auch im echten Leben helfen wird.


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