Ich blogge schon seit einer halben Ewigkeit. Zumindest fühlt es sich so an. Offiziell gestartet habe ich ihn im Mai 2007 mit einem CMS (Content-Management-System). Alles, was davor war, hatte ich mir in HTML selbst zusammenprogrammiert, inklusive Tabellenlayouts, blinkender Links und vermutlich fragwürdiger Farbwahl. Leider ist davon nichts mehr erhalten geblieben, aber vielleicht ist das auch besser so 😅
Seitdem hat sich viel verändert: die Plattformen, die Leser:innen, die Trends – und auch ich. Doch eines ist geblieben: die Liebe zum Schreiben und Teilen. Nur manchmal nervt das Bloggen einfach. Und zwar so richtig.

Und genau das ist das Schöne am Bloggerschnack: Man darf einfach mal ehrlich sein und muss nicht alles durch den Perfektionsfilter jagen. Also los, es ist Zeit, ein bisschen Dampf abzulassen! 😉
Zeitaufwand & Druck
Bloggen ist sehr zeitintensiv. Richtig zeitintensiv sogar. Wer denkt, man schreibt einfach einen Text, liegt weit daneben.
Allein das Schreiben eines Artikels dauert oft mehrere Stunden. Dazu gehören das Sammeln der Gedanken, das Korrigieren, das Formatieren und das Bebildern. Und wenn man dann glaubt, endlich fertig zu sein, fällt einem auf: Ach ja, SEO. Schlagwörter, Meta-Beschreibung, interne Verlinkungen, Barrierefreiheit und schon sind wieder zwei Stunden vorbei.
Dazu kommt der Druck, regelmäßig neue Inhalte zu veröffentlichen. In den sozialen Medien wird einem ja gern suggeriert, dass nur Konstanz zählt: „Wer nicht postet, verschwindet.“ Manchmal stimmt das leider auch. Aber genau dieser Gedanke kann die Freude am Bloggen schnell in Stress verwandeln. Ich habe gelernt, mir selbst Druck rauszunehmen. Lieber weniger Beiträge, aber dafür mit Herz. Und wenn mal ein Monat Pause ist, dann ist das eben so.

Qualität & Inhalt
Einer meiner höchsten Ansprüche ist es, gute Inhalte zu liefern. Nicht einfach irgendetwas, nur um „etwas gepostet zu haben“.
Aber genau das ist eine der größten Herausforderungen: den eigenen Qualitätsstandard zu halten, ohne sich zu überfordern. Ich kann ewig an einem einzigen Absatz herumfeilen, weil er richtig klingen soll. Nicht nur für Google, sondern vor allem für mich selbst und meine Leser:innen.
Hinzu kommt die Themenvielfalt. Ich schreibe über Reisen, Bücher, Gedanken, Games und persönliche Erlebnisse und frage mich manchmal, ob das zu viel, zu wenig oder zu bunt gemischt ist. Aber letztlich ist das hier mein Raum, mein kleines Stück Internet. Und das darf so vielseitig sein, wie ich selbst es bin.

Leserschaft & Interaktion
Früher war es einfacher, eine treue Leserschaft aufzubauen.
Heute konkurriert man mit zahlreichen anderen Plattformen, Reels und TikToks. Hinzu kommen Algorithmen, die entscheiden, wer was wann sieht. Selbst wenn man tolle Inhalte erstellt, heißt das noch lange nicht, dass sie auch gefunden werden.
Das kann frustrierend sein. Besonders dann, wenn ein liebevoll ausgearbeiteter Beitrag kaum gelesen wird, während ein spontaner Social-Media-Post plötzlich durch die Decke geht. Noch anstrengender wird es, wenn negative Kommentare oder unfreundliche Nachrichten dazukommen. Selten, aber sie treffen. Ich versuche, mir dann zu sagen: Nicht jeder Kommentar verdient eine Reaktion. Konzentriere dich lieber auf die, die den Blog wirklich mögen.

Suchmaschinen & KI
Was mich in letzter Zeit ebenfalls beschäftigt, ist: Immer mehr Menschen nutzen ChatGPT und ähnliche Tools, um nach Informationen zu suchen, anstatt klassische Suchmaschinen oder direkt Blogs aufzurufen.
Das Problem dabei ist, dass diese Tools keine Suchmaschinen sind. Sie liefern zwar Antworten, aber meist ohne Quellenangabe. Damit verschwinden die eigentlichen Inhalte. Die Blogs, Artikel und Erfahrungsberichte, aus denen das Wissen ursprünglich stammt, treten somit völlig in den Hintergrund. Und ob die Antworten oftmals so korrekt sind …
Ich finde das schade. Gerade das Persönliche, das Ehrliche, das Menschliche macht doch Blogs aus.
In einem Blogbeitrag stecken Herzblut, Meinung und Erfahrung. Dinge, die kein KI-Text in dieser Form wiedergeben kann. Und selbst wenn KI hilfreich ist (was sie zweifellos sein kann, beispielsweise bei der Erstellung von JavaScripts 😉), ersetzt sie nie den direkten Blick in echte Texte von echten Menschen.

Mein Umgang damit
Ich habe gelernt, das Bloggen als kreativen Ausgleich und nicht als Pflichtprogramm zu sehen.
Wenn ich Lust habe zu schreiben, dann schreibe ich. Wenn nicht, dann eben nicht.
Ich veröffentliche einen Text, wenn er fertig ist, und nicht, weil der Kalender sagt, dass „mal wieder etwas kommen müsste“.
Und was ist, wenn die Technik spinnt oder Social Media mal wieder zickt? Dann mache ich mir einen Kaffee, atme tief durch und erinnere mich daran, warum ich das alles überhaupt angefangen habe: weil ich Geschichten liebe und gerne schreibe.

Fazit
Bloggen kann mitunter anstrengend, fordernd und nervig sein, aber es ist auch unglaublich erfüllend.
Es bietet Raum für Kreativität, Austausch und Herzblut. Manchmal braucht man vielleicht nur eine kleine Erinnerung daran, dass nicht jeder Beitrag perfekt sein muss. Hauptsache ehrlich. Hauptsache echt.
Und ganz ehrlich? Oft nerve ich mich beim Bloggen am meisten selbst.
Weil ich zu perfektionistisch bin, zu viel feile und zu selten zufrieden bin.
Man macht sich einfach viel zu viele Gedanken: über Themen, über Formulierungen, über die Reichweite – über alles.
Trotzdem blogge ich immer noch gerne. Weil es mir Freude macht und ich mich darin ausdrücken kann – und weil mein Blog ein Stück von mir ist 💜

Was ist eigentlich der #bloggerschnack?
Der #bloggerschnack ist eine monatliche Mitmach-Aktion aus dem Bloghexen-Forum. Jeden Monat gibt es ein neues Thema – querbeet und aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Egal, ob Buchblog, Reiseblog oder Gedankenwelt: Alle Blogger:innen sind herzlich eingeladen, dabei zu sein!
Wenn du mehr erfahren oder selbst mitmachen möchtest, schau gern im Bloghexen-Forum vorbei.
Hier findest du weitere Beiträge zum aktuellen Thema:
🪶 Anjaliebt.de
🪶 MSBlogPlus
🪶 Blogissimo
🪶 Lilienmeer
🪶 Heldenhaushalt
🪶 Jansens Pott
🪶 Angela Carstensen




Das alles kann ich zu 100 % unterschreiben und blogge auch noch gerne, nur nicht mehr mit der Unbeschwertheit wie in den Anfangstagen
[…] Saphirija: Das nervt mich beim Bloggen […]
[…] Das nervt mich beim BloggenAnjaliebt: Das nervt mich beim BloggenFrank: Bloggerschnack 11–2025Erik: Mich regt beim Bloggen […]
So ist das beim Bloggen: Bei manchem Artikel denke ich, der ist gut gelungen, doch die anschließenden Reaktionen sind verhalten. Bei anderen, die mir eher mittelmäßig erscheinen, kommen erstaunlich viele Gefallensbekundungen und freundliche Kommentare. Doch kann ich nicht behaupten, dass mich das nervt.
[…] Weltenwanderer Blog […]
Hallo Anja, Genauso ist es. Viel Zeit und wenig Ehre. Aber wir machen das ja für uns. Haupsächlich. Natürlich wäre es schön wenn ab und zu ein positiver Kometar auf auftaucht. Dann die blöde Perfektion. Hab mich ertappt dass ich die Artikel der letze drei Monate durchgelesen habe und ständig am ver(schlimm)bessern bin. Ist hald so. Man kan nicht raus aus einer Haut.
Gruß Herbert
[…] Saphirija vom Weltenwanderer.blog […]
[…] Weltenwanderer Blog […]