KI ist gerade überall. In Tools, in Diskussionen, in Kommentarspalten und gefühlt auch in jeder zweiten „So wirst du erfolgreicher“-Strategie. Und natürlich macht das Thema auch vor dem Bloggen nicht halt.
Ich nutze KI inzwischen auch ab und zu für meinen Blog. Aber nicht so, wie viele vielleicht denken. Falls sich da überhaupt jemand Gedanken gemacht hat. Und ganz sicher nicht so, dass sie mir das Schreiben abnimmt.
Zwischen Neugier und Skepsis
Ich gebe es offen zu: Ich finde KI faszinierend. Nicht, weil sie alles besser kann. Sondern weil sie Dinge beschleunigen kann, die sonst einfach unnötig Zeit fressen.
Gleichzeitig sehe ich aber auch sehr klar die Schattenseiten.
Austauschbare Texte. Inhalte ohne Persönlichkeit. Blogs, die sich lesen wie Copy-Paste mit leicht verändertem Satzbau. Und genau da war für mich ziemlich schnell klar: Wenn ich KI nutze, dann nur als Werkzeug. Nicht als Ersatz.

Wofür ich KI tatsächlich nutze
Ich nutze KI vor allem da, wo sie mir Arbeit abnimmt, aber nicht meine Stimme ersetzt. Ja, ich kann manchmal echt sehr faul 🦥 sein 😅. Wer mich länger kennt, kann das bestätigen 😄.
Struktur und Feinschliff
Wenn ich einen Text geschrieben habe und niemand verfügbar ist zum Drüberlesen, lasse ich ihn manchmal von DeepL oder einer anderen KI überarbeiten. Nicht, damit mein Geschreibsel „besser klingt“, sondern damit er runder wird und so gewisse Wortverdrehungen verschwinden.
Und irgendwo habe ich mal erwähnt, mit Überschriften habe ich es so gar nicht, da lasse ich mir gerne Vorschläge unterbreiten. Ob ich diese verwende oder überarbeitet verwende, ist meine Entscheidung und ändert nichts am Inhalt.
Wichtig ist dabei: Der Text stammt bereits von mir. KI kommt erst danach ins Spiel, wenn ich es für sinnvoll halte.
SEO und Meta-Kram
Seien wir ehrlich: SEO macht selten Spaß und ich mag da nicht zu viel Zeit rein investieren.
Meta-Beschreibungen, Titelvarianten, Schlagwörter. Das ist genau die Art von Arbeit, bei der KI extrem hilfreich sein kann. Ich lasse mir Vorschläge machen, passe sie an und übernehme, was (in meinen Augen) sinnvoll ist. Das spart Zeit und vor allem Nerven.
Ideen und Perspektiven
Manchmal nutze ich KI auch zum Ideen sammeln. Nicht, um mir fertige Inhalte geben zu lassen, sondern um neue Blickwinkel zu bekommen. Gerade bei Themen wie Social Media, Blogkultur oder Community-Dynamiken hilft das enorm.
Es ist ein bisschen wie ein Gesprächspartner, der schnell reagiert, aber keine eigene Meinung hat.
Den Teil muss man selbst mitbringen.
Bildideen und visuelle Konzepte
Für meinen Blog nutze ich KI auch Mal im kreativen Bereich. Also wenn ich kein passendes Titelbild in meinem Vorrat habe. Und ab und zu mal Tipps für Pinterest.

Was ich bewusst nicht mit KI mache
Jetzt kommt der wichtige Teil. Es gibt Dinge, die gebe ich nicht ab.
Meine Texte schreiben lassen
Das ist für mich der größte Punkt. Ich schreibe meine Artikel selbst. Immer. Weil das doch genau der Grund ist, warum ich überhaupt blogge. Ich möchte meine Gedanken und Themen die mich beschäftigen, hier loswerden.
Wenn ich anfangen würde, komplette Texte von KI schreiben zu lassen, könnte ich es auch gleich lassen. Dann ist es kein Blog mehr, sondern leere (seelenlose) Content-Produktion. Und davon gibt es im Internet schon mehr als genug.
Persönliche Erfahrungen ersetzen
Meine Reisen, meine Erlebnisse, meine Gedanken. Das ist der Kern meines Blogs.
Eine KI war nicht mit mir in Tromsø.
Sie hat keinen Stress im Linksverkehr in Irland erlebt.
Und sie stand auch nicht mit mir frierend irgendwo und hat auf Polarlichter gewartet.
Wenn ich genau diese Dinge aus der Hand gebe, verliere ich alles, was meinen Blog ausmacht.
Blind vertrauen
KI klingt oft sehr überzeugend. Das Problem: Sie kann auch komplett danebenliegen. Fakten, Zahlen, Einordnungen. Das überprüfe ich lieber, bevor ich die im Beitrag verwenden würde. Habe ich auch schon gemacht, bevor es KI gab. So zuverlässig merkt sich mein Gehirn auch nicht alles 😉

Wie weit ich KI an meinen Blog heranlasse
Ein Punkt, der für mich in letzter Zeit immer wichtiger geworden ist: Wie viel Zugriff ich einer KI überhaupt auf meinen Blog geben möchte. Spoiler: So wenig wie möglich.
Ich habe vor Kurzem mitbekommen, dass jemand seinen Blog von einer KI hat „aufräumen“ lassen und total begeistert war. Struktur verbessert, Inhalte sortiert, alles aufgeräumt und noch so ein paar Dinge. Klingt erstmal verlockend.
Und trotzdem war mein erster Gedanke: Das würde ich nicht machen.
Denn in dem Moment, in dem ich einer KI direkten Zugriff auf meinen Blog gebe, gebe ich auch ein Stück Kontrolle ab. Und genau das ist etwas, das ich bewusst nicht möchte.
Mir geht es dabei gar nicht nur um Technik, sondern auch um Vertrauen. Ich weiß bei solchen Tools oft nicht genau, was im Hintergrund mit meinen Daten passiert. Welche Inhalte verarbeitet werden, wo sie landen oder wie lange sie gespeichert werden.
Gerade bei einem persönlichen Blog, in dem so viele eigene Gedanken, Erfahrungen und Erinnerungen stecken, fühlt sich das für mich einfach nicht richtig an. KI darf mir helfen. Sie darf mich unterstützen, Ideen liefern oder Dinge erleichtern. Aber sie bekommt keinen direkten Zugriff auf meinen Blog.
Was für mich aber fast noch wichtiger ist: Ich möchte nicht riskieren, dass in meinem produktiven Blog etwas schief läuft. Denn wenn eine KI anfängt, Inhalte oder Strukturen automatisch zu verändern, kann das sehr schnell sehr viele Dinge gleichzeitig betreffen. Und dann ist es nicht mehr mit einem kleinen Klick getan. Natürlich gibt es Backups. Aber auch die helfen nur bedingt, wenn man nicht genau weiß, wann etwas verändert wurde oder wenn man zwischenzeitlich Inhalte verliert.
Für mich ist mein Blog kein Experimentierfeld. Und genau deshalb würde ich so einen tiefen Eingriff niemals direkt im Live-System machen.

KI ist kein Ersatz für Persönlichkeit
Was mir in vielen Diskussionen fehlt, ist ein bisschen Realitätssinn. KI ist nicht das Problem. Austauschbare Inhalte gab es schon lange vor KI. Nur sind sie jetzt schneller produziert. Der Unterschied ist nicht das Tool. Der Unterschied ist, wie man es benutzt. Ein Blog lebt nicht von perfekten Sätzen. Sondern von Haltung, Stimme und echten Gedanken.
Und genau das kann dir keine KI liefern.

Mein kurzes Fazit
Ich nutze gern mal KI. Aber dann gezielt, wenn ich meine sie zu benötigen. Sie hilft mir dann, ein wenig effizienter zu arbeiten, Dinge zu strukturieren und mich weniger mit nervigem Kleinkram aufzuhalten. Was sie nicht macht: meinen Blog schreiben. Und genau so sollte es meiner Meinung nach auch bleiben.
Ups, eigentlich wollte ich nicht so viel zu diesem Thema schreiben. Eigentlich wollte ich gar nichts dazu schreiben…
Ich habe auch ein wenig mit Emma über das Thema diskutiert, nachdem sie meinen Beitrag schon vorab zum Lesen von mir bekommen hatte.
Was ist eigentlich der #bloggerschnack?
Der #bloggerschnack ist eine monatliche Mitmach-Aktion aus dem Bloghexen Forum. Jeden Monat gibt es ein neues Thema, über das gebloggt wird, querbeet und aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Egal ob Buchblog, Reiseblog oder Gedankenwelt, alle Bloggerinnen und Blogger sind herzlich eingeladen, dabei zu sein.
Wenn du mehr erfahren oder selbst mitmachen möchtest, schau gern im Bloghexen Forum vorbei.
Hier findest du weitere Beiträge zum aktuellen Thema:
🦎 Sayuchan – LilienMeer
🦎 Amberlight
🦎 Sari – Heldenhaushalt
🦎 Wolfgangs Welt
🦎 Anja liebt
🦎 Herr Tommi – Jansens Pott
🦎 Lorenzos Welt
🦎 …

Bild im Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.


Ich finde es spannend, wie viele das schon so effektiv als Werkzeug nutzen. Ich fühle mich da total oldschool irgendwie, dabei könnte ich mit der Hilfe der KI sicherlich im Theme das eine oder andere was mich stört beseitigen *lach*
Ich habe ein paar Kleinigkeiten im Blog noch mit KI optimiert. Ich hatte ein paar Ressourcenfresser und die konnte ich dann schnell beseitigen. Da ist es echt sehr praktisch. Seitdem ist mein Webseiten Zustand grün 😁
Ich lasse die KI meine Texte auch gegenlesen. Das erspart den Lesern so manchen Tippfehler oder allzu verschachtelte Gedankengänge. Ich prompte es dabei immer so, dass die KI nicht neu schreiben soll, sondern eben nur Anmerkungen machen soll. Ich entscheide dann, ob und wie ich diese Anmerkungen umsetze.
Manchmal kommen dabei auch Hinweise, einen Punkt ruhig noch etwas zu vertiefen, den ich in meinem Selbstverständnis einfach nur angerissen habe. Es ist also wie ein kurzes Innehalten und prüfen, ob der Beitrag so eigentlich sinnvoll ist.
Ich diskutiere mit der KI auch durchaus mal Ideen. Ich neige leider dazu, mir ständig zu viel vorzunehmen, was die KI auch schon bemerkt hat und so holt sich mich manchmal auf den Boden der Tatsachen zurück und fragt etwa, ob das Ziel nicht auch mit einem kleineren Aufschlag erreicht wäre, um mich nicht komplett zu überlasten.
Ich habe auch schon von anderen gelesen, die mit KI ihr Template verbessert haben. Das will ich irgendwie auch nochmal probieren, denn so ein paar Dinge gefallen mir nicht. Aber die bisherigen Anläufe führten in Sackgassen oder dauerten zu lange, sodass ich abbrechen musste.