Ein Kurztrip zu meinem Geburtstag
Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Vom 05. bis 08. März 2026 war ich mit meinem Cousinchen für einen Kurztrip in Irland. Wir kennen uns seit gut 38 Jahren und waren tatsächlich noch nie gemeinsam im Urlaub. Also eine echte Premiere.
Letztes Jahr überraschte sie mich mit einer ganz besonderen Idee. Zu meinem Geburtstag dürfe ich mir ein Reiseziel aussuchen und sie würde mit mir dorthin fliegen. Die Freude darüber war natürlich riesig. Gleichzeitig war es auch ein kleiner Test. Wir wollten einfach einmal herausfinden, ob wir es gemeinsam ein paar Tage im Urlaub miteinander aushalten.
Ob dieser Test erfolgreich war und ob wir wieder zusammen verreisen würden, verrate ich am Ende des Artikels.
Im Mai 2017 besuchte ich schon Irland. Hier der LINK zum Roadtrip durch Irland von 2017.
Früher Start Richtung Irland
Los ging es am Donnerstag früh um 05:15 Uhr mit dem Airport Express nach München. Für mein Cousinchen eine absolut unchristliche Uhrzeit. Da ich am Vorabend noch auf dem Konzert von Florence + The Machine in München gewesen war, hatte ich selbst nur etwa dreieinhalb Stunden Schlaf bekommen.
Am Flughafen lief dafür alles erstaunlich reibungslos. Koffer abgegeben, durch die Sicherheitskontrolle in weniger als zehn Minuten und auch die Passkontrolle ging schnell.

Unser Lufthansa City Flug hob gegen 08:50 Uhr in München ab und landete um 10:05 Uhr im regnerischen Dublin. Irland liegt übrigens in einer anderen Zeitzone, daher waren wir plötzlich eine Stunde früher dran 😉
Der Terminal 1 des Dubliner Flughafens sah übrigens immer noch genauso gruselig aus wie bei meinem letzten Besuch im Jahr 2017. Immerhin scheint dort inzwischen eine Renovierung geplant zu sein.
Mietauto-Abholung
Unser Mietauto hatten wir über SIXT beim ADAC gebucht. Das ist meist unkompliziert und die wichtigsten Versicherungen sind bereits enthalten. Dadurch kann man bei der Abholung auch recht entspannt sämtliche Zusatzangebote ablehnen.
Der Mitarbeiter am Schalter war sehr höflich, sprach allerdings extrem schnell. Dadurch habe ich leider überhört, dass er uns ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe zugeteilt hatte. Gebucht hatte ich bewusst einen kleinen SUV mit Automatik, weil ich mir im Linksverkehr und mit Rechtslenker wenigstens das Schalten ersparen wollte. Automatik kostet schließlich extra.

Da die Mietwagen außerhalb des Terminals stehen, fiel uns das erst später auf. Begeistert war ich darüber ehrlich gesagt nicht. Deshalb ein kleiner Tipp aus Erfahrung. Bei der Übergabe am Schalter lieber noch einmal genau nachfragen.
Unser Auto für die nächsten Tage war ein Nissan Juke.
Unterkunft: Coach Cottage in Valleymount
Unsere Unterkunft hatten wir über Airbnb gebucht. Ein kleines Cottage namens Coach Cottage in Valleymount im County Wicklow.
Das Häuschen steht auf dem Grundstück der Vermieterin Libby, trotzdem hat man dort erstaunlich viel Privatsphäre. Der Garten reicht bis zum Ufer eines Stausees, sodass man sogar Seeblick hat.

Der Garten gehört außerdem dem elf Monate alten Schnauzer-Pudel-Mix (kurz Schnudel) Sweep. Natürlich fragte Libby vorher, ob uns der Hund stören würde. Die Antwort war eindeutig. Natürlich nicht. Eine so kleine, süße Fellnase stört nie.
Das Cottage selbst war sauber und gemütlich eingerichtet. Im Erdgeschoss befanden sich Wohnzimmer, Küche und Badezimmer. Im oberen Stockwerk lagen zwei Schlafzimmer. Einziger kleiner Nachteil war, dass das Haus etwas hellhörig ist und der Boden bei jedem Schritt knarzt. Heimliches Herumschleichen funktioniert dort also eher nicht.
Erster Tag in Irland
Nach der Übernahme des Mietwagens machten wir uns auf den Weg Richtung Süden ins County Wicklow.
Der Linksverkehr war anfangs tatsächlich eine kleine Herausforderung. Zum Glück scheinen die Iren sehr entspannte Autofahrer zu sein. Niemand drängelte oder hupte, was die Fahrt deutlich angenehmer machte.
In Blessington legten wir einen Zwischenstopp beim Aldi ein, um Lebensmittel für die nächsten Tage einzukaufen. Spoiler: Wir haben definitiv zu viel eingekauft. Außerdem war es gar nicht so einfach, vegane Produkte zu finden. Diese standen oft irgendwo zwischen den normalen Produkten versteckt.
Da wir erst um 16 Uhr ins Cottage konnten, waren wir viel zu früh in Valleymount. Also machten wir kurzerhand ein Picknick auf einem Parkplatz am See. Leider im Auto, denn es regnete immer noch. Der Regen ging jedoch langsam in Schnee über und plötzlich befanden wir uns mitten in einem kleinen Schneegestöber.

Gegen 16 Uhr erreichten wir schließlich unsere Unterkunft, erkundeten das Cottage und richteten uns gemütlich ein. Eve übernahm sofort die Küche und bereitete das Abendessen vor, während ich mich völlig erschöpft auf die Couch fallen ließ.
Nach dem Essen saßen wir noch eine Weile im Wohnzimmer, unterhielten uns und ließen den Tag ausklingen. Der Anreisetag war lang gewesen, deshalb zog sich jeder bald in sein Schlafzimmer zurück.
Zweiter Tag – Geburtstag
Am nächsten Morgen ließ ich Eve ausschlafen. Ich selbst machte es mir mit meinem Kindle, einer Tasse Kaffee und einem pappsüßen Cupcake im Wohnzimmer gemütlich. So ließ sich mein Geburtstag wirklich angenehm beginnen.
Am Nachmittag machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg Richtung Küste zum Städtchen Wicklow. Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Lidl erreichten wir gegen 15:30 Uhr das Meer.
Glen Beach
Beim Glen Beach gibt es einen kleinen kostenlosen Parkplatz mit Picknickbänken. Oberhalb der Küste liegt außerdem ein Golfplatz. Der Zugang zum Strand und zum Klippenwanderweg führt unterhalb des Golfplatzes entlang.

Zu bestimmten Zeiten kann man dort sogar Robben sehen. Bei uns ließ sich leider keine blicken.
Der Klippenweg ist stellenweise recht abenteuerlich und definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst und wackeligen Beinen. Wir liefen ein Stück entlang der Klippen und entschieden uns dann umzudrehen. An manchen Stellen fühlte sich der Weg doch etwas unsicher an.
Bevor wir zurück zum Cottage fuhren, machten wir noch ein kleines Picknick auf dem Parkplatz mit Blick aufs Meer. Dieser Moment war einfach wunderschön.
Wicklow Mountains
Schon auf der Fahrt zur Küste waren wir durch die Wicklow Mountains gefahren. Eine unglaublich schöne Strecke. An einem Aussichtspunkt hielten wir an, liefen ein kleines Stück durch die Landschaft und genossen die Aussicht.

Sonnenuntergang am Poulaphouca Reservoir
Ich bin mir bis heute nicht ganz sicher, ob der See offiziell Poulaphouca Reservoir oder Pollaphuca Reservoir heißt. In der Gegend gibt es jedenfalls auch einen Wasserfall und eine Brücke mit diesem Namen.
Wir kamen rechtzeitig zurück zu unserem Cottage, um noch den Sonnenuntergang am Ufer des Sees zu erleben. Ein ruhiger und wunderschöner Moment zum Abschluss meines Geburtstags.

Dritter Tag – Ausflug nach Glendalough
Für den dritten Tag stand Glendalough auf unserem Plan. Das Tal der zwei Seen gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im County Wicklow. Ich war bereits 2017 einmal dort gewesen.
Als wir ankamen, war der Parkplatz allerdings komplett überfüllt. Zum Glück durften wir auf einem angrenzenden Feld parken und konnten die Gegend trotzdem erkunden. Warum ausgerechnet an diesem Tag so viele Menschen dort waren, weiß ich bis heute nicht.
Glendalough Monastic Site (Klosteranlagen)
Als ich 2017 schon einmal hier gewesen war, hatte ich Glendalough ganz anders in Erinnerung. Damals wirkte das Tal stiller und irgendwie ursprünglicher. Man konnte gemütlich durch die Klosteranlage laufen und später entlang der Seen wandern, ohne ständig anderen Besuchergruppen zu begegnen. Dieses Mal war deutlich mehr los. Der Parkplatz war voll und auch auf den Wegen rund um die Anlage waren viele Menschen unterwegs. Vielleicht liegt es daran, dass Glendalough inzwischen ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge von Dublin aus ist. Die Landschaft ist schließlich auch zu schön, um lange ein Geheimtipp zu bleiben.

Glendalough – Kloster im Tal der zwei Seen
Glendalough gehört zu den bekanntesten historischen Orten Irlands. Die Klosteranlage wurde im 6. Jahrhundert vom heiligen Kevin gegründet, einem Einsiedler, der sich in das abgelegene Tal der Wicklow Mountains zurückzog. Aus dieser kleinen Gemeinschaft entstand im Laufe der Jahrhunderte eines der bedeutendsten frühchristlichen Klöster des Landes.
Heute sind noch zahlreiche Gebäude erhalten, darunter der rund 30 Meter hohe Rundturm, mehrere Kirchenruinen sowie ein historischer Friedhof. Besonders beeindruckend ist die Lage der Anlage im sogenannten Tal der zwei Seen zwischen Lower Lake und Upper Lake.
Nachdem wir die Gebäude und den Friedhof der historischen Klosteranlage besichtigt hatten und sehr viele Fotos gemacht hatten, machten wir eine kleine Wanderung entlang des Lower Lake bis zum Upper Lake.
Lower Lake and Upper Lake
Die Landschaft dort ist wunderschön und sehr ruhig. Wir setzten uns eine Weile ans Ufer des Sees und genossen einfach die Umgebung.

St. Kevin – der Einsiedler von Glendalough
Der heilige Kevin (irisch: Cóemgen) gründete im 6. Jahrhundert die Klosteranlage von Glendalough. Der Überlieferung nach zog er sich als junger Mann in das abgelegene Tal der Wicklow Mountains zurück, um dort als Einsiedler zu leben.
Mit der Zeit sprach sich seine Weisheit herum und immer mehr Menschen suchten ihn auf. Aus seiner kleinen Einsiedelei entstand schließlich eine klösterliche Gemeinschaft, die sich zu einem der wichtigsten religiösen Zentren Irlands entwickelte.
Um St. Kevin ranken sich viele Legenden. Die bekannteste erzählt, dass er einst mit ausgestreckten Armen betete, als sich ein Amselweibchen auf seiner Hand niederließ und dort ein Nest baute. Kevin soll so lange stillgehalten haben, bis die Eier ausgebrütet waren. Diese Geschichte gilt bis heute als Symbol für Geduld, Mitgefühl und die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur.
Die beiden Seen entstanden während der letzten Eiszeit. Gletscher formten das Tal und hinterließen die charakteristische U-förmige Landschaft der Wicklow Mountains.
Heute gehört das Gebiet zum Wicklow Mountains National Park und zählt zu den beliebtesten Natur- und Wandergebieten Irlands. Trotz der vielen Besucher findet man rund um die Seen oft noch ruhige Plätze, besonders wenn man sich ein paar Minuten vom Hauptweg entfernt.

Vierter Tag – Abschied von Irland
Der letzte Tag begann mit Packen und Abschied nehmen.
Unsere Gastgeberin Libby war unglaublich freundlich und entspannt. Sie war nie aufdringlich. Wenn man sich draußen begegnete, wechselte man ein paar Worte und ging dann wieder seiner Wege.
Um 12 Uhr mussten wir leider auschecken. Da wir aber noch Zeit bis zur Rückgabe des Mietwagens und unserem Abflug hatten, fuhren wir noch einmal zu dem Parkplatz am Stausee und verbrachten dort noch einige Zeit.

Chaos am Flughafen Dublin
Der Terminal 1 am Flughafen Dublin ist wirklich eine eigene Kategorie. Alt, eng und irgendwie chaotisch.
Die Gepäckaufgabe ging schnell, dafür standen wir deutlich länger bei der Sicherheitskontrolle. Ein Pärchen, das es besonders eilig hatte, drängelte sich einfach durch die Warteschlange und brachte dabei fast eine andere Person zu Fall.
Unseren Hunger stillten wir schließlich bei Burger King. Dort war das Essen zumindest halbwegs bezahlbar.
Schon bei der Ankunft hatten wir erfahren, dass unser Flug Verspätung haben würde, weil das Flugzeug später in München gestartet war. Das Boarding verlief trotzdem recht zügig.
Dann kam jedoch eine ziemlich kuriose Durchsage. Wir konnten nicht starten, weil wir auf einen Traktor warten mussten. Die Erklärung war fast noch absurder. Ein Transportwagen hatte sich neben dem Flugzeug verkeilt und ließ sich nicht vom Gate entfernen. Erst mit Hilfe eines Schleppfahrzeugs konnte das Problem gelöst werden.
Mit etwa einer Stunde Verspätung hoben wir schließlich ab. Der Pilot gab sich wirklich Mühe und konnte rund zwanzig Minuten wieder aufholen. Für uns reichte es trotzdem nicht mehr, den Airport Express um 22:00 Uhr nach Hause zu erwischen. Zum Glück fährt dieser jede volle Stunde.

Die Sache mit dem Linksverkehr
Das ist eigentlich schon fast ein eigenes Kapitel für sich. Bei meinem Schottland Roadtrip 2016 und meinem Irland Roadtrip 2017 fiel es mir gar nicht so schwer, mich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Diesmal bin ich allerdings deutlich mehr herumgeeiert und habe zwischendurch ordentlich Blut und Wasser geschwitzt 😵💫
Wenn man jahrelang immer rechts fährt, ist das für das Gehirn am Anfang wirklich eine ziemlich heftige Umdenkaufgabe. Es geht einem so sehr gegen die Gewohnheit, dass man plötzlich nach links in den Kreisverkehr einfährt oder auf der Autobahn automatisch die linke Spur für die gemütliche Fahrt wählt und dann rechts überholt wird.
Der Anfang war wirklich hart, da bin ich ehrlich. Mit jedem Tag wurde es allerdings ein bisschen besser.

Trotz aller Vorsicht habe ich dann doch zwei kleine Schäden am Auto verursacht. Beim Herausfahren aus einem Kreisverkehr habe ich mit dem vorderen linken Reifen den Bordstein erwischt. Ups. Und möglicherweise habe ich auf einer der vielen engen Straßen auch einmal ein paar Sträucher gestreift.
Bei der Rückgabe des Mietwagens waren wir so ehrlich und haben das direkt gesagt. Der Mitarbeiter hat nur gelacht und meinte, das passiere hier ständig. Im Nachhinein habe ich im Abholprotokoll gelesen, dass an der Felge und an der Seite des Autos ohnehin schon Schäden vorhanden waren.
Ich habe sie also vermutlich nur ein wenig verstärkt 🫣
Fazit unseres Kurztrips
Die vier Tage in Irland waren wunderschön. Ruhig, entspannend und einfach gut für die Seele.
Es waren viele kleine Momente. Die Landschaft, die Gespräche, gemeinsame Erlebnisse und natürlich meine persönliche Begegnung mit dem irischen Linksverkehr.
Und um noch einmal auf den Test vom Anfang zurückzukommen.
Ja. Wir würden jederzeit wieder gemeinsam verreisen, also zu Wiederholungstäterinnen werden.

Zum Schluss bleibt mir eigentlich nur noch eines zu sagen. Danke, liebes Cousinchen, für diese vier besonderen Tage in Irland. Für die Idee zu dieser Reise, für die vielen Gespräche, die gemeinsamen kleinen Abenteuer und all die kleinen Momente, die diese Zeit so besonders gemacht haben. Manchmal sind es genau solche kurzen Auszeiten, die einem noch lange im Herzen bleiben 💜
Und irgendwo zwischen Wicklow Mountains, Meeresluft und irischem Linksverkehr ist mir wieder einmal klar geworden, warum ich dieses Land so gerne habe.
Bildergalerie
























Hach, Irland… vor allem rund um Dublin haben wir uns damals so viel Natur gegeben, weil mir Dublin selbst für mein erstes Mal too much war. Heute würde ich gerne nochmal hin und alles anders entdecken. Aber es ist tatsächlich locker 17 oder 18 Jahre her… ist das zu glauben? Nun habe ich wieder Fernweh…