Ich reise schon seit einigen Jahren durch den Norden Europas und habe dabei fast alle nordischen Länder besucht. Doch ein paar Flecken auf meiner persönlichen Karte fehlen mir noch und ganz weit oben stehen die Färöer Inseln (auf deutsch: Schafsinseln).
Nordische Länger vs. Skandinavien – der Unterschied
Bevor ich über die Färöer schwärme, möchte ich kurz aufräumen mit einem Missverständnis, das mir immer wieder begegnet: Skandinavien und Nordische Länder sind nicht dasselbe. Der Begriff Nordische Länder umfasst die fünf souveränen Staaten Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden – plus die autonomen Gebiete Färöer und Grönland (zu Dänemark) sowie Åland (zu Finnland). Skandinavien hingegen bezeichnet im engeren, kulturell-sprachlichen Sinn nur Schweden, Norwegen und Dänemark. Skandinavien ist also eine Teilmenge der Nordischen Länder.
Der Name „Nordische Länder“ kommt schlicht von ihrer geographischen Lage im nördlichen Europa. Was alle fünf Staaten verbindet: Sie arbeiten seit Jahrzehnten im Nordischen Rat zusammen, teilen ähnliche gesellschaftliche Werte, hohe Lebensstandards und eine tief verwurzelte Verbundenheit zur Natur. Mit dem Euro zahlt dabei übrigens nur Finnland – die anderen Länder haben ihre eigene Krone.
| Land | Besonderheit | Hauptstadt | EU-Mitglied? |
|---|---|---|---|
| Dänemark | Flache Landschaft, Hygge-Kultur | Kopenhagen | Ja |
| Finnland | Land der tausend Seen, weite Wälder | Helsinki | Ja |
| Island | Vulkane, Geysire, Blaue Lagune | Reykjavík | Nein |
| Norwegen | Fjorde, Berge, Mitternachtssonne | Oslo | Nein |
| Schweden | Größtes Land da oben, Schärengärten, Wälder | Stockholm | Ja |
| Färöer | 18 Vulkaninseln, Atlantik, autonom | Tórshavn | Nein |
| Grönland | Größte Insel der Welt, Eisschild | Nuuk | Nein |
| Åland | Inselarchipel, Finnland zugehörig | Mariehamn | Ja (als Teil Finnlands) |
Was mir noch fehlt
Fast alle nordischen Länder und Gebiete habe ich inzwischen besucht. Was mir noch fehlt, sind die drei autonomen Gebiete: Färöer, Grönland und Åland. Ehrlich gesagt, irgendwie haben mich immer die „großen“ Länder zuerst bereist. Norwegen mit seinen Fjorden, Island mit seinen Vulkanen, Schweden mit seiner endlosen Ruhe. Aber die Färöer? Die lagen irgendwie immer ein bisschen außerhalb des üblichen Reisepfades.
Schafsinseln – und ich liebe Schafe
Die Färöer heißen auf Deutsch buchstäblich Schafsinseln. Fær bedeutet auf Altnordisch Schaf, øer bedeutet Inseln. Und wenn man bedenkt, dass bis ins 19. Jahrhundert die Schafzucht der wichtigste Erwerbszweig war und färöische Wolle das bedeutendste Exportgut, dann ist dieser Name nicht nur süß, sondern historisch verdient. Heute dominiert zwar die Fischerei, aber die Schafe sind geblieben. Auf den Färöern leben mehr Schafe als Menschen.

Dass ich, die Schafe liebt, noch nicht auf den Inseln war, grenzt eigentlich an ein kleines Versäumnis. Ich habe keine Erklärung dafür. Außer vielleicht: Manchmal spart man sich das Schönste für zuletzt. Es hat auch bis jetzt nie gepasst. Man braucht auch die richtige Reisebegleitung.
18 Inseln im Nordatlantik
Die Färöer sind eine autonome Inselgruppe aus 18 vulkanischen Felseninseln, die zwischen Island und Norwegen im Nordatlantik liegen. Auf knapp 1.400 Quadratkilometern leben etwas mehr als 50.000 Menschen. In einer Landschaft aus steilen Klippen, grünen Hügeln, tiefen Fjorden und dramatischen Küstenlinien. Die Inseln gehören formal zu Dänemark, haben aber ihr eigenes Parlament, ihre eigene Flagge und sind im Gegensatz zum Mutterland kein EU-Mitglied. Die Verbindung zwischen den Inseln erfolgt durch ein Netz aus Straßentunneln, Fähren, Dammstraßen und Brücken. Besonders die Unterseetunnel, die unter dem Meeresgrund hindurchführen, sind eine Ingenieursleistung, die mich ehrlich fasziniert. Auf manchen Inseln wie Mykines, bekannt für seine Papageientaucher-Kolonien, gelangt man nur mit der Fähre oder dem Hubschrauber.
Tórshavn – die kleine Hauptstadt
Die Hauptstadt Tórshavn ist eine der kleinsten Hauptstädte der Welt und doch absolut charmant. Mit bunten Torfdachhäuschen, einem alten Hafen und einer entspannten Atmosphäre, die mich schon auf Bildern in den Bann zieht. Der Name bedeutet übrigens „Thors Hafen“, benannt nach dem nordischen Donnergott. Es gibt kaum einen Ort, der mehr „nordisch“ klingt als das.

Wirtschaft: Fisch statt Wolle
Heute dreht sich auf den Färöern fast alles um die Fischerei. Die Inseln besitzen die fünftgrößte Hochsee-Fischfangflotte des Nordatlantiks, rund 12% der Bevölkerung arbeiten direkt in der Fischereiwirtschaft. Die Lachs-Aquakultur macht dabei rund die Hälfte aller Exporte aus. Ohne den Fisch wäre die Wirtschaft der Inseln kaum vorstellbar. Neben dem Fisch gibt es aber auch eine aufstrebende Kreativszene: Das Musiklabel Tutl und Wollmodemarken wie Sirri haben sich international einen Namen gemacht.
Warum die Reiseplanung gar nicht so einfach ist
Und damit kommen wir zum Part der Reise, der mir etwas Kopfzerbrechen bereitet: Eine Reise zu den Färöern zu planen, ist tatsächlich etwas aufwändiger als ein normaler Städtetrip. Es gibt zwei Wege dorthin. Per Flug über den Flughafen Vágar oder per Fähre mit der MS Norröna von Hirtshals (Dänemark) über die Färöer weiter bis nach Island. Die Fähre braucht rund 36 Stunden und fährt nicht täglich. Das bestimmt automatisch die Aufenthaltsdauer: entweder 4 oder 11 Tage, je nach Rückfahrt-Timing.

Die beste Reisezeit ist Juni bis September mit langen Tagen und bis zu 20 Stunden Tageslicht. Wer lieber weniger Menschen um sich hat und Geld sparen möchte, reist im Frühjahr (März–April), dann sind die Fährpreise deutlich günstiger und die Inseln fast menschenleer. Vor Ort empfiehlt sich ein Mietwagen oder eine Mehrtageskarte für Busse und Fähren, mit der man die meisten Inseln für rund 500 DKK für vier Tage erkunden kann.
Das Fazit (das eigentlich keins ist)
Die Färöer stehen auf meiner Liste ganz oben. Irgendwann werde ich dort stehen, umgeben von grünen Klippen, Nebel, Meeresrauschen und natürlich… Schafen. Grönland und Åland kommen danach. Der Norden hat noch so viel zu zeigen. Und ja, ich bin schon am Planen.
Warnung: Finger weg von KI-Reiseführern!
Bevor ihr euch auf die Suche nach einem Reiseführer macht, ein kurzer aber wichtiger Einschub. Ich habe selbst schon über das Problem mit KI-generierten Reiseführern geschrieben und leider ist auch der Färöer-Reisemarkt davon betroffen.
Das einfachste Erkennungsmerkmal: Eine Jahreszahl im Buchtitel. Titel wie „Färöer Inseln Reiseführer 2025“ oder „Färöer Inseln 2025/2026 Deluxe Travel Guide“ sind ein klares Warnsignal. Bitte nicht bestellen! Seriöse Verlage benennen ihre Reiseführer nicht nach Jahreszahlen. Hinzu kommt: Diese Bücher sind oft voller Fehler, empfehlen Orte die es nicht gibt, und können im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden, wenn es um Wetterbedingungen, Ausrüstung oder Distanzangaben geht.
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Was stattdessen empfehlenswert ist: Der InselTrip Färöer von Reise Know-How* ist ein verlässlicher, menschlich recherchierter Reiseführer mit herausnehmbarem Inselfaltplan und kostenloser Web-App. Auch Marco Polo hat solides Kartenmaterial* für die Inseln im Angebot. Und die offizielle Seite visitfaroeislands.com ist eine hervorragende kostenlose Quelle für die erste Reiseplanung.
Hast du die Färöer schon besucht? Oder planst du selbst eine Reise dorthin? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Quelle: Bilder stammen von Pixabay.de



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