Mit zwei ausverkauften Konzerten der M72 World Tour verwandelten Metallica Frankfurt am Main am vergangenen Wochenende erneut in eine riesige Metal-Hochburg. Rund 62.000 Besucher strömten an jedem Abend ins Stadion, um die legendäre Band live zu erleben. Michaela und ich waren an beiden Konzerttagen vor Ort und verbrachten dafür ein verlängertes Wochenende in Frankfurt. Zwischen gigantischer Stadionatmosphäre, chaotischer Rückreise, vollen S-Bahnen und vielen kleinen Erlebnissen wurde die Reise zu deutlich mehr als nur zwei Konzertabenden.

Anreise nach Frankfurt

Unsere Reise begann am Freitagmorgen um 06:57 Uhr. Pünktlich ging es mit dem ICE Richtung Frankfurt am Main und tatsächlich kamen wir auch auf die Minute genau an. Erst einmal gab es einen Kaffee am Bahnhof, inklusive der ersten Begegnung mit dem Großstadtleben: Kaum standen wir dort, wurden wir direkt angebettelt.

Mit der S-Bahn ging es weiter in die Altstadt, wo unser Hotel lag: das Moxy Frankfurt City Center. Ein modernes, sehr hippes Stadthotel mitten im Zentrum. Obwohl wir ziemlich früh dran waren, konnten wir direkt auf unser Zimmer. Wir mussten uns nur noch eine zweite Bettdecke organisieren, dann begann erst einmal der entspannte Teil des Tages. Nach einer kurzen Pause zog es uns noch in die Einkaufsstraßen der Innenstadt.

Zwischen Vorfreude und Panikmoment

Am Abend wurde es dann ernst: Metallica.

Gegen 18:45 Uhr machten wir uns mit der S-Bahn auf den Weg zum Stadion. Leider wurde es ab dem Hauptbahnhof extrem voll. So voll, dass ich irgendwann gegen eine Abtrennung gedrückt stand. Ein Typ hinter mir fand es scheinbar lustig, ständig „Reinquetschen! Quetschen!“ zu rufen und sich zusätzlich gegen mich zu drücken. Ich versuchte noch, etwas Platz zu bekommen, bekam stattdessen aber eher Gegengedrücke und dumme Grinser zurück.

Ganz ehrlich: Ich fand dieses Verhalten einfach nur übergriffig.

Die Situation endete schließlich in einer Panikattacke kurz vor dem Stadion. Zum Glück blieb das aber eine Ausnahme, denn ansonsten sind wir während des gesamten Wochenendes fast nur netten Menschen begegnet.

Zwei Abende Metallica

Im Stadion selbst wurde es dann deutlich entspannter. Unser Sitzplatzbereich hatte eigene Getränkestände und einen separaten Toilettenbereich, was überraschend angenehm war. Nur die Beschilderung im Block war ziemlich chaotisch, sodass wir unsere Plätze erst einmal suchen mussten. Die Sicht war dafür wirklich super.

Und dann sitzt man plötzlich dort. In einem Stadion mit über 60.000 Menschen. Überall laufen Metallica-Shirts herum, die Bühne leuchtet, die letzten Songs vor Showbeginn laufen und man merkt langsam, wie diese typische Konzertanspannung einsetzt. Dieses Gefühl kurz bevor es losgeht.

Sobald schließlich das Licht ausging und Metallica die Bühne betraten, war der ganze Stress der Anreise für ein paar Stunden vergessen. Genau das liebe ich an Konzerten. Für kurze Zeit existiert irgendwie nur noch Musik, Licht, Stimmung und dieser gemeinsame Moment mit tausenden anderen Menschen gleichzeitig.

Die Show selbst war wie erwartet gigantisch. Metallica haben einfach wieder komplett abgeliefert. Sound, Licht, Atmosphäre – alles wirkte riesig, aber gleichzeitig auch erstaunlich nahbar. Man merkt der Band einfach an, dass sie seit Jahrzehnten wissen, wie man ein Stadion mitreißt.

Die Stimmung am Freitag fühlte sich allerdings etwas… zurückhaltend an. Nicht schlecht, aber irgendwie zu entspannt für ein Metallica-Konzert. Und endlich habe ich „Nothing Else Matters“ live gehört. Einer dieser Songs, die man schon unzählige Male gehört hat und die live plötzlich trotzdem nochmal ganz anders wirken. Für einen kurzen Moment wurde das ganze Stadion erstaunlich ruhig und genau solche Augenblicke bleiben am Ende irgendwie hängen.

Weniger schön war dagegen der Typ eine Reihe vor uns, der gefühlt ständig rein und raus lief und am Ende so betrunken war, dass er stolperte und sein Getränk über mehrere Leute verteilte. Konzertklassiker. Leider kein guter.

Am Sonntag lief dagegen vieles entspannter. Wir fuhren etwa 15 Minuten später los und plötzlich war die S-Bahn fast leer. Kein Gedränge, kein Stress und deutlich entspannterer Start in den Abend.

Auch die Stimmung im Stadion war diesmal deutlich besser. Ich kann nicht einmal genau sagen, woran es lag. Vielleicht an der Setlist, vielleicht am Publikum, vielleicht einfach an der Energie des zweiten Abends. Aber man hat den Unterschied gemerkt.

Die M72 Tour von Metallica folgt dem Motto „No Repeat Weekend“. Bedeutet: Zwei Konzerte in derselben Stadt, aber keine doppelt gespielten Songs.

Wer beide Abende besucht, erlebt also zwei unterschiedliche Shows mit eigener Stimmung und anderer Setlist. Genau aus diesem Grund haben Michaela und ich uns direkt für beide Konzerttage entschieden.

Besonders beeindruckend ist außerdem die riesige Rundbühne mitten im Stadion. Egal wo man sitzt, die Band ist ständig in Bewegung und wirkt dadurch überraschend nahbar – zumindest so nahbar, wie eine Metallica-Show vor über 60.000 Menschen eben sein kann 😄

Besonders schön war auch ein kleiner Moment direkt vor Konzertbeginn: Als wir zu unseren Plätzen kamen, wurden wir direkt von den Jungs hinter uns begrüßt und wir unterhielten uns noch ein wenig. Genau solche kleinen Begegnungen machen Konzertreisen oft besonders angenehm.

Merchandise haben wir uns übrigens gar nicht angesehen. Eigentlich wollten wir noch in den Pop-up-Store, aber die Schlange war so absurd lang, dass wir direkt wieder umgedreht sind. Irgendwo hat selbst Fanliebe Grenzen.

Chaos nach Konzertende

Wirklich chaotisch wurde es allerdings nach dem ersten Konzert am Freitag. Nach Veranstaltungsende hieß es plötzlich, ein Sonderzug würde auf Gleis 1 kommen. Also standen dort hunderte Menschen und warteten. Und warteten. Und warteten.

Über 30 Minuten lang kam praktisch kein Zug.

Irgendetwas lief dort komplett schief. Erst gegen 00:15 Uhr waren wir wieder im Hotel, obwohl das Konzert bereits gegen 23 Uhr beendet war. Am Sonntag funktionierte die Rückfahrt dagegen problemlos und deutlich schneller. Da rollten die Züge wenigstens tatsächlich ein und wir waren bereits gegen 23:30 Uhr zurück im Hotel.

Frankfurt zwischen Großstadtstress und gutem Essen

Und Frankfurt selbst?

Schwierig.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich die Stadt nochmal besuchen würde. Mein Gesamteindruck war leider eher negativ. Vieles wirkte dreckig, oft hat es unangenehm gerochen und insgesamt war es mir einfach zu voll. Wobei man fairerweise sagen muss, dass durch die beiden Metallica-Konzerte zusätzlich mehrere zehntausend Menschen unterwegs waren.

Trotzdem haben wir natürlich einige typische Orte gesehen, darunter den Römer und den Main. Auf den Main Tower wollten wir eigentlich auch noch, aber dort standen ebenfalls so viele Menschen an, dass wir darauf verzichtet haben.

Positiv hervorheben muss ich allerdings das Essen. Gerade als jemand, der gerne vegan isst, wurde ich in Frankfurt wirklich überrascht. Egal wo wir waren: Es gab überall leckere vegane Optionen.

Fazit zum M72-Wochenende

Die beiden Abende mit Metallica waren einfach großartig. Metallica haben wieder komplett abgeliefert und trotz der Unterschiede zwischen Freitag und Sonntag waren beide Shows auf ihre eigene Art besonders. Beim nächsten Konzert irgendwo halbwegs in der Nähe sind wir definitiv wieder dabei.

Das verlängerte Wochenende in Frankfurt dagegen hat mir gezeigt, dass solche Städtetrips für mich wohl eher nichts mehr sind – zumindest nicht in einer so großen und vollen Stadt. Ich habe mich insgesamt nicht wirklich wohlgefühlt. Es war laut, voll, oft hektisch und dazu auch noch viel zu heiß. Mein nordisch geprägter Körper war mit den Temperaturen jedenfalls maximal überfordert. Während andere gemütlich im T-Shirt durch die Stadt liefen, war ich innerlich vermutlich schon kurz davor, nach Norwegen auszuwandern.

Trotzdem bleibt am Ende ein Wochenende voller Erinnerungen, großartiger Musik und vieler kleiner Momente, die genau solche Konzertreisen irgendwie besonders machen.

Setliste Metallica M72 Frankfurt

Freitag, 22.05.2026Sonntag, 24.05.2026
1.Creeping DeathWhiplash
2.Harvester of SorrowFor Whom the Bell Tolls
3.Holier Than ThouThe Shortest Straw
4.King NothingUntil It Sleeps
5.72 SeasonsLux Æterna
6.Ride the LightningLeper Messiah
7.Kirk and Rob Doodle
(Tankard’s „Schwarz-Weiß wie Schnee“)
Kirk and Rob Doodle
(Accept’s „Fast as a Shark“)
8.The Day That Never ComesFade to Black
9.CyanideWherever I May Roam
10.OrionThe Call of Ktulu
11.Nothing Else MattersThe Unforgiven
12.Sad but TrueWhiskey in the Jar
13.BatteryBlackened
14.FuelMoth Into Flame
15.Seek & DestroyOne
16.Master of PuppetsEnter Sandman

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