Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem B&B ging es weiter. Rückblickend bin ich immer noch erstaunt, wie viel wir an diesem Tag gesehen und erlebt haben, ohne dass es sich jemals hektisch angefühlt hat.
Die Fahrt führte uns weiter durch Connemara. Die Landschaft wirkte anders als in den Tagen zuvor. Weicher, offener, weniger rau, aber nicht weniger eindrucksvoll. Die Übergänge waren fließender, die Weite blieb.
Dieser Beitrag ist Teil meiner Irland Roadtrips 2017 Reiseberichte.
Killary Fjord bzw. Killary Harbour
In Leenaun legten wir einen ersten Stopp am Killary Fjord ein. Ein kleiner Ort, ruhig gelegen, mit Blick auf das Wasser, das sich still zwischen den Hügeln entlangzieht. Viel war dort nicht, ein Parkplatz, ein Café, ein kleiner Laden und ein Schaf-Museum 😁. Mehr brauchte es aber auch nicht. Es dauerte nicht lange, bis wir im Café saßen, mit Cappuccino und frischen Scones vor uns, und den Ausblick auf den Fjord genossen.

Killary Fjord
- Lage: Grenze zwischen County Galway und County Mayo, im Norden von Connemara
- Länge: ca. 15–16 Kilometer
- Tiefe: stellenweise über 45 Meter
- Besonderheit: einziger Fjord in Irland
Der Killary Fjord zieht sich ruhig zwischen den Hügeln durch die Landschaft und wirkt dabei deutlich weniger dramatisch als die Küstenabschnitte im Norden.
In den Fjord münden mehrere Flüsse, darunter der Erriff River, der kurz zuvor den Aasleagh Waterfall hinabstürzt. Die Region rund um Leenaun diente zudem als Kulisse für den Film The Field.
Heute wird der Fjord auch wirtschaftlich genutzt. Im Wasser befinden sich Muschel- und vereinzelt Lachszuchten, die sich unauffällig in die Landschaft einfügen.

Kylemore Abbey
Gestärkt ging es weiter zur Kylemore Abbey. Die Anlage liegt ruhig am Pollacapall Lough und wirkt fast ein wenig zu perfekt für diese Landschaft. Wir kamen gegen Mittag an, sahen uns die Abbey an und gingen anschließend weiter zur neugotischen Kirche und zum Mausoleum. Der Weg dorthin führte uns noch einmal weg von den Gebäuden und hinein in die Umgebung, die diesen Ort eigentlich ausmacht.

Die Anlage wurde im 19. Jahrhundert als privates Anwesen für Mitchell Henry erbaut. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde sie Anfang des 20. Jahrhunderts von Benediktinerinnen übernommen, die sie bis heute nutzen. Diese Mischung aus privater Geschichte und klösterlichem Leben gibt dem Ort eine besondere Atmosphäre.


Kylemore Abbey
- Lage: Connemara, County Galway
- Baujahr: ab 1867 als privates Schloss errichtet
- Heutige Nutzung: Benediktinerinnenabtei und Besucherzentrum
- Besonderheit: idyllische Lage direkt am Pollacapall Lough
Die Kylemore Abbey gehört zu den bekanntesten Orten in Connemara. Ursprünglich als privates Anwesen erbaut, wurde sie später von Benediktinerinnen übernommen und ist heute Kloster und Sehenswürdigkeit zugleich.
Besonders prägend ist die Lage am See, eingebettet zwischen Bergen. Die neugotische Kirche und das Mausoleum liegen etwas abseits und lassen sich gut zu Fuß erreichen.



Connemara National Park
Im Nationalpark selbst gingen wir ein Stück wandern. Ohne Ziel, ohne Eile. Die Landschaft war offen, ruhig und ließ den Blick weit werden. Es war kein spektakulärer Ort im klassischen Sinne, sondern einer, der sich langsam entfaltet. Ich habe mich sofort in die Landschaft verliebt. Diese Weite, diese sanften und doch wieder kräftigen Farben.

Nach der Wanderung kehrten wir noch im Restaurant ein, bevor es weiterging. Dort begann für mein Halstuch eine kleine eigene Geschichte. Ich hatte es auf der Toilette liegen lassen, jemand gab es an der Theke ab und es landete schließlich im Müll. Nach einigem Nachfragen und Erklären bekam ich es tatsächlich wieder zurück. Einer dieser kleinen Momente, die man im Nachhinein eher schmunzelnd erzählt.

Am Nachmittag erreichten wir unsere Unterkunft, das Ben Breen House B&B, mit Blick über die Landschaft von Connemara. Ein ruhiger Ort, passend zu diesem Abschnitt der Reise.


Connemara National Park
- Lage: County Galway, im Westen Irlands
- Größe: ca. 2.000 Hektar
- Landschaft: Moor, Berge, Heideflächen und Wiesen
- Highlights: Wanderwege mit Blick auf die Twelve Bens
Der Connemara National Park steht für die typische Landschaft dieser Region. Weite Flächen, niedrige Vegetation und ein offener Blick über das Land prägen das Bild.
Mehrere Wanderwege führen durch das Gebiet und bieten unterschiedliche Perspektiven auf die umliegenden Berge. Die Wege sind gut ausgebaut und eignen sich auch für entspannte Touren ohne große Planung.



Clifden
Abends zog es uns noch nach Clifden. Wir liefen ein wenig durch die Straßen, sahen uns um und ließen uns treiben, bevor wir im Mansion’s Seafood Bar & Restaurant einkehrten. Während wir dort saßen, lief im Hintergrund irische Livemusik. Kein großes Ereignis, kein besonderer Anlass, aber genau die Art von Moment, die eine Reise rund macht.

Clifden
- Lage: County Galway, an der Westküste Irlands
- Einwohner: ca. 1.500
- Besonderheit: gilt als „inoffizielle Hauptstadt“ von Connemara
- Lage: an der Mündung des Owenglin River
Clifden ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Connemara. Trotz seiner überschaubaren Größe bietet der Ort Restaurants, Pubs und kleine Geschäfte.
Gerade am Abend entsteht hier eine lebendige, aber dennoch entspannte Atmosphäre. Livemusik gehört vielerorts einfach dazu und macht den Ort zu einem schönen Abschluss eines Reisetages.

Fazit
Connemara fühlte sich anders an als Donegal. Weniger rau, weniger abgeschieden, dafür zugänglicher und weicher. Die Landschaft drängte sich nicht auf, sie begleitete einen. Und genau das machte diesen Abschnitt so angenehm. Somit eignet sich Connemara besonders für Reisende, die weite Landschaften und ruhige Regionen bevorzugen.
Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, dass wir so wenig Zeit in Connemara verbracht haben. Es hätte noch so viel mehr zu entdecken gegeben, aber die Zeit war auf unserem Roadtrip einfach begrenzt.




Irland steht noch weit oben auf unserer „Wollen wir mal hin“-Liste. Wales und Schottland waren wir schon. Nach Deinem schönen Bericht und den Eindrücken ist es noch ein wenig nach oben gerutscht.