Nach unserem Aufenthalt in Doolin führte uns der Roadtrip weiter Richtung Süden. Vor uns lagen zwei Tage, die landschaftlich noch einmal ganz anders werden sollten als die bisherigen Etappen. Die Dingle-Halbinsel (oder Dingle-Peninsula), der Ring of Kerry und der Skellig Ring gehören heute zu den bekanntesten Routen im Südwesten Irlands. Und obwohl wir bereits einige beeindruckende Küstenabschnitte hinter uns hatten, wurde es unterwegs trotzdem nicht langweilig.
Bevor wir die Dingle-Halbinsel erreichten, mussten wir zunächst den Shannon überqueren. Ausgerechnet auf der Fähre erwischte uns das schlechteste Wetter unseres gesamten Roadtrips. Der Himmel war grau, es war bewölkt und zwischendurch regnete es sogar etwas. Nach all den ungewöhnlich trockenen Tagen in Irland war das eine kleine Erinnerung daran, welches Wetter wir ursprünglich erwartet hatten.

Zum Glück blieb es nicht dabei. Je weiter wir Richtung Dingle-Halbinsel fuhren, desto besser wurde das Wetter. Zwar blieb der Himmel an diesem Tag größtenteils bewölkt, doch der Regen hörte auf und es wurde mit jeder Stunde freundlicher.
Dieser Beitrag ist Teil meines Irland Roadtrips 2017, auf dem wir die Insel in zwölf Tagen einmal gegen den Uhrzeigersinn umrundet haben.
Ein erster Stopp in Dingle
Unser erster Halt auf der Halbinsel war die Stadt Dingle selbst. Die kleine Hafenstadt liegt im Südwesten Irlands und hat der gesamten Halbinsel ihren Namen gegeben. Die Landschaft wird rundherum von rauen Küsten, grünen Hügeln, Wanderwegen und Sandstränden geprägt.

Wir ließen das Auto stehen und schauten uns zunächst den Hafen und ein wenig die Stadt an. Nach den vielen kleineren Orten und abgelegenen Landschaften der vergangenen Tage wirkte Dingle etwas lebendiger, ohne hektisch zu sein. Im Hafen lagen Boote, entlang der Straßen zogen sich kleine Häuser und schon hier bekam man einen ersten Eindruck davon, wie stark die Region mit dem Meer verbunden ist.

Wir hielten uns allerdings nicht lange auf, denn die eigentliche Rundfahrt über die Halbinsel lag noch vor uns.

Entlang der Küste nach Ceann Sléibhe
Von Dingle aus führte unsere Route weiter entlang der Küste in Richtung Ceann Sléibhe, das auch als Slea Head bekannt ist. Die Straßen wurden wieder schmaler und die Landschaft zunehmend rauer. Immer wieder öffnete sich der Blick auf den Atlantik und die steilen Hänge der Halbinsel.

Wir legten noch einen spontanen Zwischenstopp beim Coumeenole Beach ein. Eigentlich waren wir auf der Suche nach dem Parkplatz vom Dunquin Pier. Wir sind leider daran vorbeigefahren.


Gerade auf diesem Abschnitt war nicht das einzelne Ziel entscheidend. Es war vielmehr die Strecke selbst, die den Reiz ausmachte. Hinter jeder Kurve konnte plötzlich eine neue Aussicht auf das Meer auftauchen und immer wieder gab es Stellen, an denen wir am liebsten sofort wieder angehalten hätten. Wir haben auch öfter angehalten, um Fotos zu machen, aber nur dort, wo es erlaubt war. Die Straßen sind teilweise sehr eng.


Unser nächster größerer Halt war der Wild Atlantic Way Discovery Point Radharc na mBlascaodaí. Von dort blickt man hinaus auf die Blasket Islands vor der Küste. An Tagen mit klarer Sicht heben sie sich deutlich vom Atlantik ab, während sie bei wechselhaftem Wetter beinahe mit dem Horizont verschmelzen.

Ein ruhiger Abschluss am Inch Strand
Zum Abschluss unserer Runde über die Dingle-Halbinsel machten wir noch Halt am Inch-Strand. Nach all den schmalen Küstenstraßen und Aussichtspunkten wirkte der lange Sandstrand wie ein kleiner Gegenpol.

Hier ließen wir den Tag gemütlich ausklingen, bevor wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft machten. Für die nächsten zwei Nächte blieben wir in der Gegend um Killorglin. Auch zum Abendessen zog es uns an beiden Tagen dorthin.
Die Dingle-Halbinsel hatte sich für uns damit vor allem als eine dieser Regionen gezeigt, bei denen die Fahrt selbst mindestens genauso wichtig ist wie die einzelnen Sehenswürdigkeiten. Gerade weil wir uns nicht durch ein festes Programm hetzen mussten, konnten wir immer wieder anhalten und schauen, was sich hinter der nächsten Kurve verbarg.
Dingle Peninsula & Slea Head
- Lage: County Kerry im Südwesten Irlands
- Bekannt für: Atlantikküste, Strände, Berge und schmale Küstenstraßen
- Panoramaroute: Slea Head Drive, etwa 48 Kilometer
- Teil des: Wild Atlantic Way
Die Dingle Peninsula gehört zu den landschaftlich eindrucksvollsten Regionen im Südwesten Irlands. Besonders bekannt ist der Slea Head Drive rund um Ceann Sléibhe. Die Strecke führt entlang einer rauen Atlantikküste, vorbei an Stränden, kleinen Ortschaften sowie historischen Ruinen und alten Befestigungsanlagen.
Von mehreren Aussichtspunkten reicht der Blick hinaus zu den Blasket Islands, die westlich vor der Küste liegen. Gerade hier wird die Fahrt selbst schnell zu einem der schönsten Teile der Rundtour.
Ring of Kerry und Skellig Ring
Für den nächsten Morgen war eine der bekanntesten Routen Irlands geplant: der Ring of Kerry. Allerdings wollten wir nicht der klassischen Strecke folgen. An der westlichen Spitze nahmen wir zusätzlich den Skellig Ring mit, der noch näher an die Atlantikküste führt.

Einen kleinen Tipp würde ich tatsächlich weitergeben: Man sollte den Ring of Kerry im Uhrzeigersinn fahren, da Busse und Lkws nur gegen den Uhrzeigersinn fahren dürfen. Wir sind trotzdem gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Wir hatten keine Probleme mit Bussen und LKWs.
Schon während der Fahrt wurde deutlich, warum diese Route so bekannt ist. Berge, Küste, kleine Orte und immer wieder der Atlantik wechselten sich ständig ab. Gleichzeitig gab es genug Möglichkeiten, von der eigentlichen Rundfahrt abzuweichen und kleinere Abstecher einzubauen.
Ring of Kerry
- Lage: Iveragh Peninsula, County Kerry
- Länge: rund 179 Kilometer
- Startpunkt: häufig ab Killarney oder Kenmare
- Bekannt für: Küstenstraßen, Berge, Seen und kleine Orte
- Teil des: Wild Atlantic Way
Der Ring of Kerry zählt zu den bekanntesten Panoramarouten Irlands. Die Straße führt einmal rund um die Iveragh Peninsula und verbindet Küstenabschnitte, kleine Orte, grüne Hügellandschaften und bietet weite Ausblicke auf den Atlantik.
Besonders reizvoll ist die Abwechslung entlang der Strecke. Mal fährt man direkt am Meer entlang, dann wieder durch kleinere Orte oder vorbei an Seen und Bergen im Landesinneren. Gerade diese Mischung macht den Ring of Kerry zu einer der beliebtesten Rundfahrten im Südwesten Irlands.
Viele Reisende kombinieren die Route mit dem Skellig Ring, der an der westlichen Spitze noch einmal näher an die Küste und zu den Ausblicken auf die Skellig Islands führt.
Die Kerry Cliffs
Einer der Orte, die uns an diesem Tag besonders beeindruckten, waren die Kerry Cliffs. Obwohl wir kurz zuvor bereits die Cliffs of Moher besucht hatten, fühlten sich diese Klippen ganz anders an.

Wir blieben entsprechend lange hier. Von den Aussichtspunkten aus reicht der Blick weit über den Atlantik und bei guter Sicht sogar bis zu den Skellig Islands.
Besonders Skellig Michael fällt dabei sofort ins Auge. Die abgelegene Felseninsel ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch historisch interessant. Auf ihr befinden sich die Überreste einer frühmittelalterlichen Klostersiedlung, in der Mönche über Jahrhunderte hinweg unter äußerst abgeschiedenen Bedingungen lebten.

Wir hätten Skellig Michael sehr gerne selbst besucht. Allerdings waren die Überfahrten bereits Monate im Voraus ausgebucht. Vermutlich hatte der zusätzliche Bekanntheitsschub durch die Star-Wars-Filme seinen Anteil daran. Für uns blieb es deshalb beim Blick von der Küste aus.




Ganz ehrlich, das war aber auch nicht schlimm. Allein der Blick von den Kerry Cliffs auf die Inseln gehört zu den Eindrücken, die mir von dieser Route besonders im Gedächtnis geblieben sind.
Skellig Michael
- Irischer Name: Sceilg Mhichíl
- Lage: rund 12 Kilometer vor der Küste Kerrys
- Höchster Punkt: etwa 218 Meter
- UNESCO-Welterbe: seit 1996
- Besonderheit: frühmittelalterliche Klostersiedlung
Skellig Michael ist eine steil aus dem Atlantik ragende Felseninsel vor der Küste Kerrys. Auf der abgeschiedenen Insel entstand vermutlich im frühen Mittelalter vermutlich eine christliche Klostersiedlung. Noch heute sind dort steinerne Mönchszellen, Gebetsräume, Terrassen und Treppen erhalten.
Wie alt das Kloster genau ist, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Sicher ist jedoch, dass die Insel über Jahrhunderte von Mönchen genutzt wurde. Zwischen etwa 950 und 1050 wurde die Anlage dem Erzengel Michael geweiht.
Seit 1996 gehört Skellig Michael zum UNESCO-Welterbe. Die außergewöhnlich gut erhaltene Klosteranlage gilt als außergewöhnliches Zeugnis des frühen irischen Christentums.
St. Finian’s Bay und Rathkieran
Weiter ging es mit einem kurzen Halt an der Bá Fhíonáin, auch St. Finian’s Bay genannt. Auch hier zeigte sich wieder die typische Mischung aus Atlantik, grüner Landschaft und kleinen Straßen, die den Skellig Ring so abwechslungsreich machen.



Anschließend führte unser Weg weiter über Rathkieran. Nicht jeder Halt musste dabei eine große Sehenswürdigkeit sein. Gerade auf solchen Roadtrips waren es oft die kurzen Stopps zwischendurch, die dafür sorgten, dass man eine Region nicht nur von einem bekannten Aussichtspunkt zum nächsten erlebte.
Ballinskelligs Castle am Meer
Ein weiterer Stopp führte uns zum Wild Atlantic Way Discovery Point Bá na Scealg. Direkt an der Küste befindet sich die Ruine von Ballinskelligs Castle.

Die alte Burgruine befindet sich unmittelbar am Strand, was sie fast ein wenig ungewöhnlich wirken lässt. Hinter ihr liegt das Meer, davor erstreckt sich der Strand. Gerade diese Kombination aus Landschaft und Geschichte machte den Ort für uns besonders reizvoll.

Nach all den größeren Sehenswürdigkeiten war Ballinskelligs Castle wieder einer dieser eher unscheinbaren Stopps, die perfekt zu unserem Roadtrip passten. Es gibt kein großes Besucherzentrum und auch keinen langen Programmpunkt, sondern man hält einfach an, sieht sich um und fährt anschließend weiter.
Ballinskelligs Castle
- Irischer Ortsname: Bá na Scealg
- Lage: an der Ballinskelligs Bay, County Kerry
- Bauwerk: Ruine eines Tower House
- Besonderheit: unmittelbare Lage am Strand
Ballinskelligs Castle steht direkt an der Küste der Bucht von Ballinskelligs. Die heute erhaltene Ruine des sogenannten Tower House wurde vermutlich im 16. Jahrhundert errichtet, um unter anderem die Bucht und den Zugang zur nahe gelegenen Ballinskelligs Priory zu schützen.
Molls Gap
Kurz vor dem Ende unserer Runde legten wir noch einen Zwischenstopp am Moll’s Gap ein. Der Gebirgspass zählt zu den bekannten Aussichtspunkten am Ring of Kerry und bietet einen wunderschönen Blick auf die umliegende Berglandschaft der MacGillycuddy’s Reeks. In der gesamten Region gibt es zahlreiche Wanderwege, die zu einem noch tieferen Eintauchen in die Landschaft einladen. Dafür blieb uns an diesem Tag allerdings leider keine Zeit mehr. Also genossen wir zumindest für einen Moment die Aussicht, bevor wir uns auf den Weg zum Lady’s View machten.

Zum Abschluss Lady’s View
Unser letzter Halt auf der Rundreise über den Ring of Kerry war Lady’s View im Killarney-Nationalpark. Nach zwei Tagen voller Atlantikküste veränderte sich die Landschaft hier noch einmal deutlich.

Vom Aussichtspunkt aus blickt man auf Seen, Wälder und die Berge des Nationalparks. Nach den offenen Küstenlandschaften des Skellig Ring wirkte dieser Blick fast ein wenig ruhiger und grüner.

Es war ein schöner Abschluss für zwei Tage, an denen wir unglaublich viele unterschiedliche Landschaften gesehen hatten. Von der eher grauen Überfahrt über den Shannon River bis zu den Küsten der Dingle-Halbinsel, von den Kerry Cliffs über den Skellig Ring bis zu den Seen am Lady’s View hatte dieser Abschnitt einmal mehr gezeigt, wie abwechslungsreich Irland auf vergleichsweise kurzen Strecken sein kann.

Und obwohl sowohl die Dingle-Halbinsel als auch der Ring of Kerry zu den bekanntesten Routen des Landes gehören, fühlte es sich für uns nicht wie ein reines Abhaken von Sehenswürdigkeiten an. Das lag vielleicht daran, dass wir uns immer wieder Zeit für längere Stopps nahmen. Oder daran, dass auf einem Roadtrip manchmal schon die nächste Kurve reicht, um etwas völlig Neues zu entdecken.
Lady’s View
- Lage: Killarney National Park, County Kerry
- Straße: N71 zwischen Killarney und Kenmare
- Entfernung von Killarney: etwa 16 Kilometer
- Bekannt für: Aussicht über Seen und Berge des Nationalparks
Der Lady’s View ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte im Killarney-Nationalpark. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Seen, Wälder und Berge rund um Killarney.
Seinen Namen erhielt der Aussichtspunkt nach dem Besuch von Queen Victoria im Jahr 1861: Ihre Hofdamen, die „Ladies-in-Waiting“, waren von der Aussicht so begeistert, dass sich der Name Lady’s View etablierte.
Unterkunft The Grove Lodge Guesthouse B&B
Wir übernachteten für zwei Nächte im Grove Lodge Guesthouse in Killorglin. Die kleine Frühstückspension liegt direkt am River Laune und dennoch nur wenige Gehminuten vom Ortszentrum mit Restaurants und kleinen Geschäften entfernt. Durch das viele Grün rund um das Haus wirkte die Unterkunft sehr ruhig und entspannend.

Wir haben uns dort sehr wohlgefühlt. Unser Zimmer war sauber und auch beim Frühstück gab es eine gute Auswahl am Buffet. Nach den langen Tagen auf der Dingle-Halbinsel und rund um den Ring of Kerry war es schön, abends wieder an denselben Ort zurückzukehren und nicht jeden Tag die Koffer neu ins Auto laden zu müssen.


Die Lage war für uns ebenfalls praktisch, denn zum Abendessen konnten wir einfach nach Killorglin fahren bzw. ins Zentrum gehen und den Tag dort gemütlich ausklingen lassen.



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