Die Adventszeit rückt näher und damit tauchen in den Geschäften und Onlineshops wieder unzählige Adventskalender auf. Es gibt nicht mehr nur die klassischen Schokoladenkalender. Von Kosmetik über Tee und Bücher bis hin zu Merchandise ist inzwischen fast alles vertreten. Einige Adventskalender kosten dabei weit über 100 Euro und werden bereits Monate vor Weihnachten regelrecht gehypt.

Eigentlich wollte ich mir auch dieses Jahr wieder einen Adventskalender gönnen. Schließlich finde ich es schön, im Dezember jeden Morgen ein Türchen zu öffnen und sich überraschen zu lassen. Nachdem ich mich jedoch etwas genauer mit meinen Favoriten beschäftigt hatte, kam ich zu dem Entschluss, dieses Jahr darauf zu verzichten.

Nicht, weil ich Adventskalender plötzlich blöd finde, sondern weil ich angefangen habe, mich zu fragen, ob ich den Inhalt überhaupt brauche.

Erst die Vorfreude, dann das Nachdenken

Im vergangenen Jahr hatte ich einen Adventskalender von Maria Galland. Ich war mit den enthaltenen Kosmetikprodukten zufrieden und habe tatsächlich alles im Laufe des Jahres aufgebraucht. Für mich war dieser Kalender also kein Fehlkauf.

Deshalb hatte ich zunächst vor, mir auch dieses Jahr wieder einen zu kaufen. Als ich jedoch mit meiner Kosmetikerin darüber sprach, riet sie mir davon ab. Viele der diesmal enthaltenen Produkte seien für meine Haut nicht geeignet. Damit war das Thema Maria Galland für dieses Jahr erledigt. Schließlich bringt mir der schönste Adventskalender nichts, wenn ich einen Teil seines Inhalts gar nicht sinnvoll verwenden kann. Gerade bei Hautpflegeprodukten sollte man meiner Meinung nach darauf achten, was man verwendet.

Eine Alternative wäre für mich der Adventskalender von Dejan Garz gewesen. Auch der hatte zunächst mein Interesse geweckt. Nach der Erfahrung mit dem Maria-Galland-Kalender wollte ich diesmal allerdings vorher genau wissen, was darin enthalten ist. Als ich mir die enthaltenen Produkte anschaute, stellte ich fest, dass ich ungefähr 90 Prozent davon bereits besitze und regelmäßig verwende.

Natürlich könnte man sagen, dass man diese Produkte irgendwann ohnehin nachkaufen muss. Aber brauche ich dafür wirklich einen Adventskalender? Eigentlich nicht. Ich kann mir die Produkte schließlich auch ganz gezielt kaufen, sobald ich sie benötige.

Und so habe ich mich letztendlich auch gegen diesen Kalender entschieden.

100 bis 150 Euro für 24 Überraschungen?

Gerade bei Adventskalendern mit Kosmetikprodukten liegt der Preis schnell zwischen 100 und 150 Euro (oder noch mehr). Das ist eine Menge Geld, das ich nicht einfach nur für das tägliche Öffnen eines Türchens ausgeben möchte.

Dabei ist mir bewusst, dass der angegebene Warenwert oft deutlich über dem eigentlichen Kaufpreis liegt. Das klingt auf den ersten Blick natürlich verlockend. Schließlich bekommt man angeblich Produkte im Wert von mehreren Hundert Euro für einen Bruchteil des Preises. Aber was bringt mir ein hoher Warenwert, wenn ich einen Teil der Produkte gar nicht brauche, nicht vertrage oder bereits besitze?

In den vergangenen Jahren hatte ich zudem immer wieder den Eindruck, dass sich in manchen Adventskalendern Produkte befinden, die sich einzeln möglicherweise nicht besonders gut verkaufen. Ob das tatsächlich der Grund für ihre Zusammenstellung ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Es waren aber durchaus Dinge dabei, bei denen ich mich gefragt habe, was ich damit eigentlich anfangen soll.

Solche Kalender wirken auf mich manchmal eher wie eine hübsch verpackte Sammlung unterschiedlichster Produkte, bei der vor allem der angegebene Gesamtwert beeindrucken soll. Und genau da liegt für mich inzwischen das Problem: Ein Adventskalender ist nur dann ein gutes Angebot, wenn ich mit seinem Inhalt auch tatsächlich etwas anfangen kann. Nur weil etwas rechnerisch einen hohen Warenwert besitzt, bedeutet das schließlich nicht, dass es für mich persönlich genauso wertvoll ist.

Adventskalender-Hype auf Social Media: FOMO und Kaufdruck

Was mich inzwischen allerdings zunehmend stört, ist der regelrechte Hype um bestimmte Adventskalender, der jedes Jahr entsteht. Besonders auf Social Media werden manche Kalender schon Monate vor der eigentlichen Adventszeit vorgestellt, beworben und teilweise regelrecht gefeiert.

Da gibt es Unboxing-Videos, ausführliche Produktvorstellungen, Vergleiche und natürlich die unvermeidlichen Hinweise, dass ein Kalender limitiert ist oder möglicherweise schon bald ausverkauft sein könnte.

Das kann durchaus einen gewissen Druck erzeugen. Schließlich möchte man sich den vermeintlich tollen Adventskalender sichern, bevor er nicht mehr erhältlich ist. Genau hier spielt für mich auch FOMO (Fear of Missing Out) eine Rolle – die Angst, etwas zu verpassen. Dabei frage ich mich inzwischen immer häufiger, ob man einen bestimmten Adventskalender tatsächlich haben möchte oder ob er nur deshalb interessant erscheint, weil gerade so viele darüber sprechen.

Natürlich ist nicht jede Empfehlung in den sozialen Medien automatisch schlecht und nicht jeder Adventskalender-Hype künstlich erzeugt. Trotzdem sollte man sich bewusst machen, dass hinter vielen dieser Empfehlungen auch Werbung, Kooperationen und wirtschaftliche Interessen stehen können.

Gerade bei Kalendern im Preisbereich von 100 bis 150 Euro ist es wichtig, sich nicht von der allgemeinen Begeisterung anstecken zu lassen, sondern vorher genauer hinzuschauen. Nur weil ein Adventskalender überall in Social Media auftaucht, bedeutet das noch lange nicht, dass sein Inhalt zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Und genau diese Erkenntnis hat bei meiner diesjährigen Entscheidung eine Rolle gespielt. Anstatt mich davon leiten zu lassen, welcher Adventskalender gerade besonders angesagt ist, habe ich mir angeschaut, was ich für mein Geld tatsächlich bekomme. Das Ergebnis war ernüchternd: Entweder waren die Produkte für mich nicht geeignet oder ich hatte sie bereits zu Hause. Dafür brauche ich dann wirklich keine 24 Türchen.

Die schönsten Adventskalender waren selbst gemacht

Wenn ich an die Adventskalender der letzten Jahre zurückdenke, sind es übrigens nicht die teuren Kosmetikkalender, die mir zuerst einfallen. Am schönsten fand ich die Adventskalender, die meine Mutter früher selbst gebastelt hat.

Darin steckten kleine Überraschungen wie Schokolade, Lose oder Gutscheine. Es war nichts besonders Luxuriöses, aber dafür wurde mit viel Liebe zusammengestellt. Jeden Tag gab es etwas Neues zu entdecken, und genau das hat mir damals unglaublich viel Freude gemacht.

Natürlich war so ein Adventskalender auch ein Geschenk. An Weihnachten selbst gab es dafür meistens nur noch eine Kleinigkeit. Das fand ich aber vollkommen in Ordnung. Schließlich hatte ich schon den ganzen Dezember über kleine Überraschungen bekommen.

Und vielleicht ist es genau das, was mir bei manchen der heutigen Adventskalender ein bisschen fehlt. Da wird mit möglichst hohen Warenwerten, exklusiven Produkten und limitierten Auflagen geworben. Dabei geht für mich manchmal das verloren, was einen Adventskalender eigentlich besonders macht: die kleine Freude im Alltag und die Vorfreude auf Weihnachten.

Natürlich kann auch ein gekaufter Adventskalender eine schöne und persönliche Aufmerksamkeit sein. Das möchte ich gar nicht infrage stellen. Aber für mich hängt der Wert eines Geschenks eben nicht davon ab, wie viel es gekostet hat.

Muss man eigentlich jeden Hype mitmachen?

Ich möchte Adventskalender keineswegs grundsätzlich schlechtreden. Ich finde die Idee nach wie vor schön und kann gut verstehen, warum sich viele Menschen darauf freuen. Schließlich habe auch ich jahrelang gerne welche gekauft.

Wenn jemand Freude an einem teuren Adventskalender hat, die Produkte verwendet und sich den Kalender leisten kann, ist dagegen überhaupt nichts einzuwenden. Nur habe ich dieses Jahr angefangen, etwas genauer hinzuschauen. Was steckt wirklich darin? Würde ich mir diese Produkte auch einzeln kaufen? Und brauche ich sie überhaupt?

Bei meinen beiden Favoriten lautete die Antwort letztendlich: Nein, zumindest nicht in dieser Zusammenstellung.

Es ist vielleicht auch ganz gut, sich gelegentlich bewusst gegen etwas zu entscheiden, das man ursprünglich unbedingt haben wollte. Gerade in einer Zeit, in der uns in den sozialen Medien ständig neue Produkte, Empfehlungen und vermeintliche Must-haves begegnen.

Nicht alles, was schön aussieht oder gerade angesagt ist, muss schließlich auch bei mir zu Hause landen.

Mein Advent bleibt dieses Jahr (vielleicht) ohne 24 Türchen

In diesem Jahr habe ich mich entschieden, keinen Adventskalender zu kaufen. Nicht, weil ich keine Freude mehr daran hätte, sondern weil ich keinen gefunden habe, dessen Inhalt und Nutzen mich wirklich überzeugt haben.

Die 100 bis 150 Euro spare ich mir lieber. Eventuell gönne ich mir davon irgendwann etwas, das ich mir schon lange wünsche. Vielleicht bleibt das Geld aber auch einfach auf dem Konto. Auch keine schlechte Überraschung 😅

Und wer weiß, vielleicht überrascht mich ja noch jemand mit einem Adventskalender. Darüber würde ich mich natürlich trotzdem freuen. Mir geht es schließlich nicht darum, grundsätzlich auf Adventskalender zu verzichten, sondern nicht jeden Hype mitzumachen.

Ganz ohne Adventskalender wird mein Dezember übrigens ohnehin nicht bleiben. Denn ab dem 1. Dezember gibt es wieder den Bloghexen Adventszauber!

Der Bloghexen Adventszauber – 24 Türchen voller Bloggeschichten

bloghexen adventszauber 2025

Der Bloghexen Adventskalender ist eine gemeinsame Aktion des Bloghexen-Forums. Hinter jedem Türchen verbirgt sich ein besonderer Blogbeitrag rund um die Weihnachtszeit, geschrieben von kreativen Blogger:innen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen.

Anstelle von Kosmetikprodukten, Gutscheinen oder anderen Dingen gibt es hier also jeden Tag etwas zum Lesen, Entdecken und vielleicht auch zum Nachdenken. Gerade das finde ich eine schöne Idee für die Adventszeit.

Den Link zum „Bloghexen-Adventszauber” werde ich hier ergänzen, sobald die Seite verfügbar ist.

Für mich ist das eine besonders schöne Art von Adventskalender: einer, bei dem es nicht um den Warenwert geht, sondern darum, sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit für eine kleine Überraschung zu nehmen. Wenn ich an die selbst gebastelten Adventskalender meiner Mutter zurückdenke, wird mir bewusst, dass es nie der hohe Warenwert war, der mir besonders viel Freude bereitet hat.

Und genau das ist meine persönliche Adventskalender-Erkenntnis in diesem Jahr: Ich muss nicht jeden Hype mitmachen, um Freude an der Adventszeit zu haben.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr jedes Jahr einen Adventskalender? Bastelt ihr vielleicht sogar selbst einen? Oder verzichtet ihr inzwischen darauf? Und wie steht ihr zu den teilweise ziemlich teuren Adventskalendern, die jedes Jahr aufs Neue in Social Media gehypt werden?

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