Es gibt Veranstaltungen, die man besucht, und solche, die einem im Kopf bleiben. Die Lange Nacht der Phantastik gehört ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie, eventuell auch wegen so seriösen Möwen.

Im Rahmen unseres Besuchs der Leipziger Buchmesse 2026 haben Mairaji und ich uns dieses Jahr bewusst dafür entschieden, auch eine Abendveranstaltung mitzunehmen. Unsere Wahl fiel auf die „Lange Nacht der Phantastik“, die am Freitag, den 20. März 2026, im Kulturzentrum Anker im Leipziger Stadtteil Möckern stattfand. Veranstaltet wird diese seit einigen Jahren vom Phantastische Akademie e. V.

Voll, aber erstaunlich entspannt

Dass die Veranstaltung im Vorfeld ausverkauft war, hat man schon beim Einlass gemerkt. Die Schlange war lang, aber überraschend gut organisiert. Wir waren schneller drin, als wir erwartet hatten.

Drinnen erwartete uns eine angenehm lockere Atmosphäre. Es gab einen separaten Raum für den Bücherverkauf, was sich im Laufe des Abends als ziemlich durchdacht herausgestellt hat.

Die Veranstaltung startete um 19:30 Uhr und zog sich fast bis Mitternacht. Moderiert wurde der Abend von Mary Stormhouse und Christoph Hardebusch, die souverän und mit einer guten Mischung aus Ruhe und Humor durch das Programm führten.

mond sterne

Lesungen, Begegnungen und ein gutes Konzept

Nach der Verleihung des SERAPH traten alle Preisträgerinnen und Preisträger noch einmal auf die Bühne und lasen aus ihren Werken. Ergänzt wurde das Programm durch bekannte Namen wie Liza Grimm, Markus Heitz und Oliver Plaschka. Als Überraschungsgast war außerdem Mikkel Robrahn dabei.

Besonders positiv aufgefallen ist das Konzept mit den Pausen. Insgesamt gab es zwei Unterbrechungen von jeweils etwa 30 Minuten. In dieser Zeit konnte man nicht nur Bücher kaufen, sondern sie direkt signieren lassen.

Die Autorinnen und Autoren standen dafür an Stehtischen an den Seiten des Raumes. Keine überfüllten Schlangen, kein Gedränge, sondern tatsächlich die Möglichkeit, kurz ins Gespräch zu kommen. Für eine ausverkaufte Veranstaltung ist das alles andere als selbstverständlich.

mond sterne

Die Sache mit den seriösen Möwen

Ein persönliches Highlight war für uns der Auftritt von zwei erstaunlich seriösen Möwen, verkörpert von Liza Grimm und Mikkel Robrahn.

Der Hintergrund dazu ist fast schon genauso unterhaltsam wie der Auftritt selbst. In einem zwölfstündigen Twitch-Stream sammelte Liza Grimm beeindruckende 27.500 Euro Spenden für den Phantastikpreis SERAPH. Über 15.500 Zuschauerinnen und Zuschauer beteiligten sich daran, und das Vorjahresergebnis wurde bereits nach zwei Stunden übertroffen.

lange nacht der phantastik 2026 liza grimm moewe
Mega seriöse Möwen: Liza Grimm und Mikkel Robrahn

Bei den Möwen selbst hatten wir in der ersten Pause allerdings Pech. Die Nachfrage war einfach zu groß. Also haben Mairaji und ich in der zweiten Pause keine Zeit mehr verloren und sind direkt los. Dieses Mal mit Erfolg und am Ende auch mit signierten Büchern von Liza Grimm.

Manchmal zahlt sich ein bisschen strategisches Vorgehen eben doch aus.

mond sterne

Wenn Bücher zur Waffe werden

Zum Abschluss wurde es dann noch einmal… speziell. Markus Heitz demonstrierte auf der Bühne die Buchkampfkunst Bu-Chon-Do.

Ob ich den Namen komplett korrekt wiedergebe, sei mal dahingestellt. Aber die Kombination aus Büchern und Kampftechnik ist ungefähr so absurd, wie sie klingt und genau deshalb ziemlich unterhaltsam.

mond sterne

Die Gewinner des SERAPH 2026

Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr:

  • Bestes Debüt: Drachenseelensplitter – Demons within von Jenna T. Scriver
  • Bester Indie-Titel: Eine Blume aus Gift und Eisen von Yola Stahl
  • Bestes Jugendbuch: Lichterloh – Stadt unter Ruß von Sarah M. Kempen
  • Bestes Buch: Lyneham von Nils Westerboer

Eine unabhängige Jury aus 28 Expertinnen und Experten wählte die Gewinnerinnen und Gewinner aus den Nominierten verschiedener Phantastik-Subgenres.

Ein Abend, der nachwirkt

Die Lange Nacht der Phantastik war für uns weit mehr als nur ein zusätzlicher Programmpunkt zur Buchmesse. Es war ein Abend voller Geschichten, Begegnungen und kleiner, unerwarteter Momente.

Gerade diese Mischung macht den Unterschied. Es fühlt sich weniger wie eine klassische Veranstaltung an und mehr wie ein gemeinsames Erlebnis von Menschen, die alle die gleiche Begeisterung teilen.

Und genau deshalb bleibt dieser Abend hängen.

mond sterne

Kategorisiert in:

Kultur & Events, Bücher,

Schlagwörter / Tags:

, , , ,