Manchmal verschwinden Bücher einfach im SuB und warten dort geduldig, bis man sie endlich wieder hervorholt. Genau so ging es mir mit „Doktor Maxwells chaotischer Zeitkompass“ von Jodi Taylor. Das Buch erschien zwar schon im April 2020, aber manche Geschichten haben offenbar ihren ganz eigenen Zeitplan. Passend eigentlich, wenn es um eine Reihe über Zeitreisen geht.

Der Roman ist der zweite Band der Reihe „Die Chroniken von St. Mary’s“, von der aktuell acht Bände auf Deutsch erschienen sind.

Worum geht es?

Historikerin Dr. Madeleine „Max“ Maxwell arbeitet am St.-Mary’s-Institut, wo man Geschichte nicht nur erforscht, sondern sie tatsächlich besucht. Mithilfe von sogenannten Pods reisen die Historiker direkt zu historischen Ereignissen, um sie zu dokumentieren.

Doch ganz so geordnet läuft das selten ab.

Auch diesmal gerät Max wieder mitten ins Chaos. Sie wird unter anderem von Jack the Ripper verfolgt, landet bei den hängenden Gärten von Ninive, erlebt den Mord an Thomas Becket aus nächster Nähe und wird sogar in eine ziemlich ungewöhnliche Dodo-Rettungsmission verwickelt.

Währenddessen treibt weiterhin ein Zeitverbrecher sein Unwesen, der die Zeitlinie manipuliert und damit gefährliche Paradoxien auslöst. Max und ihr Team versuchen, die schlimmsten Schäden zu reparieren. Das klappt manchmal erstaunlich gut und manchmal… eher weniger.

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Buch auf einen Blick

Autorin: Jodi Taylor
Titel: Doktor Maxwells chaotischer Zeitkompass
Reihe: Die Chroniken von St. Mary’s
Band: 2
Genre: Urban Fantasy
Erscheinung: 27. April 2020
Verlag: blanvalet
Seiten: 480

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Humor, Chaos und Zeitparadoxien

Wie schon im ersten Band geht es auch hier ordentlich drunter und drüber. Max stolpert von einer Katastrophe in die nächste und schafft es mit bemerkenswerter Konsequenz, Chaos anzuziehen.

Der große Reiz der Reihe liegt für mich ganz klar im sarkastischen Humor. Die Geschichte wird aus Max’ Perspektive erzählt und ihr trockener, teilweise sehr britischer Humor macht viele Situationen herrlich absurd.

Die Zeitreise-Logik kann dabei durchaus ein bisschen Kopfschmerzen bereiten. Ursache und Wirkung geraten immer wieder durcheinander und manchmal fragt man sich kurz, was gerade eigentlich passiert ist. Allerdings bleibt das Ganze immer auf einem Niveau, das für einen unterhaltsamen Roman gut nachvollziehbar bleibt. Man muss keine komplizierten physikalischen Theorien verstehen, um Spaß an der Geschichte zu haben.

Skurrile Ausflüge durch die Geschichte

Besonders gefallen haben mir die unterschiedlichen historischen Schauplätze. Jeder Einsatz führt an einen völlig anderen Ort und in eine andere Zeit.

Die Szenen rund um Jack the Ripper sind ebenso skurril wie spannend. Und die Episode mit den Dodos hatte für mich fast etwas von einer britischen Sketchshow. Diese Mischung aus historischem Setting, absurden Situationen und trockenem Humor funktioniert erstaunlich gut.

Neben all dem Chaos gibt es aber auch ruhigere Momente. Zwischenmenschliche Beziehungen und die Dynamik innerhalb des Teams spielen ebenfalls eine Rolle. Dadurch wirken die Figuren sehr lebendig und man bekommt schnell das Gefühl, Teil dieser leicht verrückten Gemeinschaft zu sein.

Muss man Band 1 gelesen haben?

Rein theoretisch könnte man das Buch vermutlich auch einzeln lesen. Ich würde es allerdings nicht empfehlen.

Die übergeordnete Handlung knüpft direkt an die Ereignisse des ersten Bandes an, und einige Figuren und Konflikte versteht man deutlich besser, wenn man die Vorgeschichte kennt. Zum Glück gibt es zwischendurch immer wieder kurze Rückblicke, die einem helfen, sich zu orientieren.

Am meisten Spaß macht die Reihe aber definitiv, wenn man mit „Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv“ beginnt.

Tropes in diesem Buch

  • Zeitreisen
  • Chaos-Protagonistin
  • Found Family
  • Schutz der Zeitlinie
  • Historische Missionen
  • Sarkastischer Humor

Mein Fazit

Der zweite Band der St.-Mary’s-Reihe hat mir mindestens genauso gut gefallen wie der Auftakt.

Die Geschichte ist rasant, chaotisch, witzig und voller skurriler Ideen. Man weiß nie so genau, was auf der nächsten Seite passiert, und genau das macht den Reiz dieser Bücher aus.

Der Humor von Jodi Taylor muss einem natürlich liegen. Wenn man aber Spaß an ironischen Kommentaren, absurden Situationen und einer sympathischen Chaostruppe von Historikern hat, wird man hier bestens unterhalten.

Ich werde auf jeden Fall nun weiterlesen, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Max und dem St.-Mary’s-Institut weitergeht.

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