Dieses Buch wurde mir vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.
Manchmal stolpert man über ein Buch, das sich nicht einfach nur lesen lässt, sondern einen direkt in seine Welt hineinzieht. Songbird of the Sorrows war genau so ein Kandidat für mich. Schon die Grundidee klang nach genau meinem Ding: eine verstoßene Prinzessin, ein geheimer Orden und eine Mission, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt wirkt.
Inhalt
Im Zentrum der Geschichte steht Aella, die eigentlich eine Prinzessin ist, nur eben keine sein darf. Von ihrem eigenen Vater verstoßen, wächst sie in einem Orden auf, der Waisenkinder zu Spionen ausbildet. Keine nette Schule, kein bisschen Romantik. Eher ein Ort voller Regeln, Geheimnisse und der klaren Botschaft: Gefühle sind ein Risiko.
Als Aella ihre Ausbildung abschließt, landet sie direkt in einer Mission, die es in sich hat. Sie soll ausgerechnet die Rolle einnehmen, die ihr einst genommen wurde – die der Prinzessin – und im Nachbarkönigreich das Vertrauen eines Prinzen gewinnen. Während im Hintergrund Intrigen und Spionage laufen, balanciert sie dabei permanent auf einem schmalen Grat zwischen Tarnung und Wahrheit.
Was das Ganze zusätzlich spannend macht: Aella trägt ihr eigenes Päckchen mit sich herum. Entscheidungen, Schuld und Geheimnisse, die sie niemandem anvertrauen kann. Das sorgt für eine unterschwellige Spannung, die sich durch die gesamte Geschichte zieht.
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Autorin: Braidee Otto
Übersetzerin: Cordula Hubert
Titel: Songbird of the Sorrows
Reihe: Myths of the Empyrieos Reihe
Band: 1
Genre: Romantasy
Erscheinung: 29. April 2026
Verlag: cbj
Seiten: 544
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Eine Welt, die mehr kann als Standard-Fantasy
Was mir hier wirklich positiv aufgefallen ist: Die Welt wirkt frisch. Statt der üblichen Elfen-und-Orks-Schablone bekommt man es mit sogenannten Tycheroi zu tun, menschenähnliche Wesen, ergänzt durch Kreaturen wie Nymphen oder Sphinxe. Das Ganze hat stellenweise leichte Vibes, wie man sie aus moderner Mythologie kennt, ohne dabei billig zu wirken.
Besonders stark fand ich das Worldbuilding rund um die vier Königreiche, die jeweils einer ewigen Jahreszeit zugeordnet sind. Dazu kommen politische Strukturen, Mythen und ein Magiesystem, das nicht einfach nur „da ist“, sondern Konsequenzen hat. Gerade die Idee, dass Magie ihren Preis fordert, gibt dem Ganzen mehr Gewicht.
Man merkt allerdings auch: Die Welt ist komplex. Nicht alles wird sofort erklärt, manches muss man sich selbst zusammensetzen. Wenn man damit kein Problem hat, wird man hier ziemlich gut belohnt. Wer aber alles auf dem Silbertablett serviert bekommen möchte, könnte an der ein oder anderen Stelle kurz ins Stolpern geraten.
Charaktere, die funktionieren – und manchmal anecken
Aella funktioniert als Protagonistin richtig gut. Sie ist mutig, loyal und gleichzeitig alles andere als unverwundbar. Gerade diese Mischung macht sie greifbar. Man merkt schnell, dass sie nicht nur für sich kämpft, sondern vor allem für die Menschen, die ihr wichtig sind.
Die Dynamik mit ihrer besten Freundin Nyssa gehört für mich zu den stärkeren emotionalen Ankern der Geschichte. Diese Freundschaft wirkt ehrlich und gibt dem Ganzen eine gewisse Wärme, die man in einem doch recht düsteren Setting gut gebrauchen kann.
Und dann ist da Raven. Überraschung: Ja, es knistert. Aber angenehm dosiert. Keine übertriebene Lovestory, die alles andere überlagert, sondern eher ein unterschwelliger Zug, der Spannung erzeugt, ohne die Handlung zu dominieren.
Prinz Keres hingegen… schwierig. Arrogant, kalt, unsympathisch, aber genau das macht ihn interessant. Er ist kein Charakter, den man mögen muss, sondern einer, der die Geschichte vorantreibt.
Atmosphäre, Spannung und ein ordentliches Finale
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gleichzeitig bildhaft genug, um sich die Welt gut vorstellen zu können. Gerade die Atmosphäre hat mich schnell gepackt. Der Einstieg zieht einen direkt rein, ohne lange Vorgeplänkel, und spätestens im letzten Drittel zieht die Geschichte nochmal deutlich an.
Dort wird es intensiver, düsterer und auch überraschender. Einige Wendungen kommen nicht aus dem Nichts, sind aber trotzdem gut gesetzt. Und das Ende? Sagen wir es so: Es schreit nicht leise nach Band zwei, sondern ziemlich laut.
Fazit
Songbird of the Sorrows ist ein starker Auftakt mit einer dichten Atmosphäre, spannender Grundidee und einer Welt, die genug Eigenständigkeit mitbringt, um im Kopf zu bleiben. Die Mischung aus Spionage, Magie und Identitätskonflikt funktioniert, auch wenn man sich an die Komplexität stellenweise gewöhnen muss.
Kein leichtes Nebenbei-Buch, sondern eher eines, bei dem man aufmerksam bleiben sollte. Wer darauf Lust hat, bekommt hier eine Geschichte mit ordentlich Potenzial.
Ich bin jedenfalls gespannt, wohin die Reise im nächsten Band geht.
Bewertung
⭐⭐⭐⭐⭐ (5 von 5 Sternen)
Tropes & Vibes
- Forbidden Love/Romance
- Forced Proximity
- Secret Identity
- Slow Burn
- Found Family
Spice-Level: 1 von 5



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