Dieses Buch wurde mir vom Blogger Portal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.
Auf Violet – Die Wasserhexe und der Totengott war ich unglaublich neugierig. Zum einen, weil ich die bisherigen Werke von I. B. Zimmermann bereits sehr mochte, zum anderen, weil das Buch Themen aufgreift, die man in Fantasyromanen noch immer viel zu selten findet: Neurodivergenz, Burnout, psychische Belastungen und die Frage, wie man in einer Welt bestehen soll, die oft nicht für Menschen gemacht ist, die anders denken und fühlen. Dabei verbindet der Autor all das mit Urban Fantasy, Göttern, Untoten, Magie und einer gehörigen Portion Berliner Chaos.
Inhalt
Berlin hat ein Problem und zwar ein gewaltiges. Während die meisten Menschen nichts davon ahnen, gerät die magische Welt der Hauptstadt immer weiter aus den Fugen. Untote tauchen in alarmierender Zahl auf, der thaumaturgische Notdienst arbeitet am Limit und die Lage droht endgültig zu eskalieren.
Mitten in diesem Chaos steht die Wasserhexe Violet. Seit Jahren kämpft sie an allen Fronten: magische Notfälle, die Betreuung Übernatürlicher und die Verantwortung für andere haben ihre Kräfte längst aufgebraucht. Ein Neuanfang mit neuem Bezirk und der Nähe zu ihrer Wahlfamilie sollte eigentlich alles besser machen. Doch Violet muss sich eingestehen, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse viel zu lange ignoriert hat.
Als ihre beste Freundin plötzlich in Lebensgefahr gerät, trifft Violet eine folgenschwere Entscheidung. Aus purer Verzweiflung bittet sie die Göttlichen um Hilfe und schließt ausgerechnet mit dem Totengott Thanatos einen Pakt. Während sie versucht, das Schicksal ihrer Freundin zu verändern, geraten die Untoten Berlins immer weiter außer Kontrolle.
Schon bald wird klar, dass nicht nur die Hauptstadt vor einer Katastrophe steht. Zwischen uralten Mächten, magischen Geheimnissen und einer unerwarteten Verbindung zum Gott des Todes muss Violet einen Weg finden, die Welt zu retten – ohne dabei sich selbst zu verlieren.
Denn jeder Pakt hat seinen Preis. Und manche Herzen sind gefährlicher als jede Apokalypse.
Buch auf einen Blick
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Autor: I. B. Zimmermann
Titel: Violet – Die Wasserhexe und der Totengott
Genre: Urban Fantasy, Fantasy Romance, Krimi
Erscheinung: 20. Mai 2026
Verlag: YUNA
Seiten: 672
Setting: Magisches Berlin voller Hexen, Götter, Vampire, Werwölfe und Untoter
Themen: Neurodivergenz, Burnout, Selbstfindung, Verlust, Tod, Freundschaft, Liebe, Found Family
Besonderheiten: Diverse Figuren, humorvolle Kapitelüberschriften, Graphic-Novel-Seiten im Buch, keine künstlichen Beziehungsdramen oder Missverständnisse
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Meinung
Im Mittelpunkt steht die Wasserhexe Violet, die längst über ihre Grenzen hinausgegangen ist. Sie kämpft nicht nur mit einer eskalierenden Untotenkrise in Berlin, sondern auch mit ihrer eigenen Erschöpfung. Besonders gelungen fand ich, wie authentisch ihre Gedankenwelt dargestellt wird. Violet denkt viel nach, hinterfragt sich selbst, springt gedanklich von einem Thema zum nächsten und verliert sich immer wieder in Grübeleien. Das macht die Geschichte stellenweise ungewöhnlich, aber auch sehr glaubwürdig. Gerade Leser:innen, die selbst neurodivergent sind oder Erfahrungen mit Burnout gemacht haben, werden sich in vielen Situationen vermutlich wiederfinden.
Dabei ist Violet kein klassischer Urban-Fantasy-Roman, der von einer Actionszene zur nächsten hetzt. Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Figuren und deren Entwicklung. Das kann gelegentlich dazu führen, dass sich einzelne Passagen etwas ziehen oder man sich mehr Fokus auf den eigentlichen Fall wünschen würde. Gleichzeitig liegt genau darin aber auch eine der größten Stärken des Romans: Die Charaktere fühlen sich lebendig an. Sie sind unperfekt, machen Fehler, tragen ihr eigenes Päckchen mit sich herum und wirken dadurch erstaunlich nahbar.
Besonders gefallen hat mir die Dynamik zwischen Violet und dem Totengott Thanatos. Ihre Beziehung entwickelt sich zwar vergleichsweise schnell, wirkt dabei aber überraschend natürlich. Statt künstlicher Missverständnisse oder unnötigem Drama stehen gegenseitiges Verständnis, Fürsorge und emotionale Ehrlichkeit im Vordergrund. Das hat mir sehr gut gefallen und hebt die Geschichte angenehm von vielen anderen Fantasy-Romances ab.
Auch das Setting konnte mich überzeugen. Berlin wird zu einer Stadt voller Magie, Götter, Hexen, Werwölfe, Vampire, Drachen und anderer übernatürlicher Wesen. Gleichzeitig fließen gesellschaftliche Themen wie Überlastung, Ausgrenzung und Diskriminierung immer wieder in die Handlung ein, ohne dabei belehrend zu wirken. Die Mischung aus Fantasy, Humor, ernsten Themen und einer drohenden Apokalypse funktioniert erstaunlich gut. Dabei blitzt immer wieder der typische Humor des Autors auf, der selbst in den düstersten Momenten für ein Schmunzeln sorgt.
Allerdings sollte man wissen, worauf man sich einlässt. Wer eine schnelle, actionreiche Urban Fantasy erwartet, könnte überrascht werden. Violet ist eher ein Charakterroman, der sich intensiv mit seinen Figuren und deren Innenleben beschäftigt. Die Geschichte fordert Aufmerksamkeit und Geduld, belohnt diese aber mit viel Tiefe, starken Figuren und einer außergewöhnlichen Welt.
Besonders hervorheben möchte ich außerdem die gelungene Darstellung von Neurodivergenz. Autismus, ADHS, Burnout und weitere psychische Belastungen werden hier weder romantisiert noch als bloßes Handlungselement genutzt. Stattdessen sind sie ein natürlicher Teil der Figuren und ihres Alltags. Das macht den Roman für mich zu etwas Besonderem.

Fazit
Violet – Die Wasserhexe und der Totengott ist ein ungewöhnlicher Urban-Fantasy-Roman, der sich deutlich von vielen Genrevertretern abhebt. Wer tiefgründige Charaktere, emotionale Geschichten, eine vielfältige magische Welt und eine authentische Darstellung von Neurodivergenz schätzt, sollte dem Buch unbedingt eine Chance geben. Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Figuren und ihre Themen, bietet aber gleichzeitig spannende Fantasy-Elemente, Humor, Romance und jede Menge Herz.
Bewertung
⭐⭐⭐⭐☆ (4,5 von 5 Sternen)
Tropes & Vibes
- Urban Fantasy
- Mythologie trifft Moderne
- God x Mortal Found Family
- Neurodivergent Representation
- Mental Health
- Burnout
- Magical Berlin
- Touch Her And Die
- He Falls First
- Queere Repräsentation
- Slow Healing
- Zombies & Untote Hexen und Götter
- Emotional Support Love Interest 😄
Ich weiß, Tropes sind einfach nicht meine Stärke…





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