Heute bin ich über eine Nachricht gestolpert, die mich ein wenig nachdenklich gemacht hat. Airbnb hat seine Richtlinien für Gastgeber überarbeitet. Demnach sollen Gäste beim Check-out künftig nicht mehr dazu verpflichtet werden können, bestimmte Reinigungsarbeiten zu übernehmen. Dazu gehören beispielsweise das Abziehen der Betten, das Abwaschen und Wegräumen von Geschirr oder das Entsorgen des Mülls außerhalb der Unterkunft.
Die neuen Regeln gelten für Buchungen ab dem 20. November 2026 und sollen verhindern, dass Gäste trotz bezahlter Reinigungsgebühren auch noch einen Großteil der Endreinigung selbst übernehmen müssen.
Grundsätzlich kann ich den Gedanken dahinter verstehen. Beim Lesen habe ich mich trotzdem gefragt: Ist es wirklich so schlimm, vor der Abreise noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen? (Außer man steht unter Zeitdruck…)
Für mich gehört ein bisschen Aufräumen einfach dazu
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit solchen Aufgaben bisher nie ein Problem hatte. Wenn wir eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus verlassen, ziehen wir normalerweise die Betten ab und legen die Bettwäsche zusammen mit den benutzten Handtüchern an den dafür vorgesehenen Ort. Auch unseren Müll haben wir bisher immer selbst entsorgt.
Dabei verbringen wir keineswegs Stunden damit, die Unterkunft auf Hochglanz zu bringen. Das Geschirr wird während des Aufenthalts ohnehin regelmäßig abgewaschen oder in die Spülmaschine geräumt. Vor der Abreise den Geschirrspüler noch schnell einzuschalten, war für uns deshalb nie ein großes Thema.
Meistens fegen oder saugen wir sogar noch einmal kurz durch, häufig schon am Abend vor der Abreise. Nicht, weil wir dazu verpflichtet wären, sondern weil ich eine Unterkunft einfach gerne ordentlich hinterlasse. Das dauert normalerweise nicht besonders lange und gehört für mich zum respektvollen Umgang mit fremdem Eigentum.
Natürlich erwarte ich nicht, dass andere Urlauber genauso handeln. Ich sehe durchaus einen Unterschied zwischen ein paar Handgriffen und einer umfangreichen Putzliste, die vor dem Check-out abgearbeitet werden soll. Wenn zusätzlich eine hohe Reinigungsgebühr verlangt wird, kann ich verstehen, dass sich manche Gäste darüber ärgern.
Unterschiedliche Unterkünfte, unterschiedliche Erwartungen
Bei unserer Irlandreise im März war das beispielsweise ganz unkompliziert. Vor der Abreise mussten wir lediglich den Müll hinausbringen. Um die Bettwäsche mussten wir uns überhaupt nicht kümmern, denn die Betten wurden vom Gastgeber bzw. der Reinigung selbst abgezogen.
Bei anderen Unterkünften hatten wir dagegen durchaus schon die Vorgabe, die Bettwäsche abzuziehen, das Geschirr abzuwaschen oder den Müll zu entsorgen. Und das keineswegs nur bei Buchungen über Airbnb. Solche Hinweise begegnen einem auch bei anderen Buchungsplattformen.
Hinzu kommt, dass viele Ferienwohnungen und Ferienhäuser gleichzeitig über mehrere Portale angeboten werden. Die Regeln stammen letztendlich vom jeweiligen Gastgeber und sind nicht unbedingt eine Besonderheit der Plattform, über die gebucht wurde.
Ich habe solche Hinweise bisher einfach als Teil der Hausordnung betrachtet. Solange die Aufgaben überschaubar waren, habe ich mir darüber ehrlich gesagt nie besonders viele Gedanken gemacht.
Müllentsorgung in Nordnorwegen – manchmal ein kleines Abenteuer
Bei unserem letzten Aufenthalt in Nordnorwegen war die Müllentsorgung tatsächlich etwas umständlich. Die vorgesehene Müllstelle lag knapp einen Kilometer von unserer Unterkunft entfernt und war zudem eingeschneit. Im nordnorwegischen Winter kann selbst das Wegbringen eines einzigen Müllsacks zu einer kleinen Herausforderung werden.

Gerade bei solchen Unterkünften kann ich nachvollziehen, warum Gastgeber möchten, dass ihre Gäste den Müll selbst entsorgen. Viele Ferienhäuser liegen recht abgelegen und manchmal weit entfernt von größeren Ortschaften. Es ist durchaus möglich, dass nicht unmittelbar nach der Abreise jemand zur Reinigung vorbeikommt oder die nächsten Gäste erst einige Tage später anreisen.
Wenn der Hausmüll dann tagelang in der geschlossenen Unterkunft steht, ist das sicherlich nicht besonders angenehm. Je nach Lagerung und Umgebung könnten Gerüche entstehen oder Tiere angelockt werden.
Deshalb finde ich es schwierig, für sämtliche Unterkünfte die gleichen Maßstäbe anzulegen. Eine Ferienwohnung mitten in einer Großstadt hat schließlich ganz andere Voraussetzungen als eine kleine Hütte irgendwo an einem norwegischen Fjord.
Ein Ferienhaus ist eben kein Hotel
Für mich macht es einen Unterschied, ob ich in einem Hotel übernachte oder eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus miete. In einem Hotel erwarte ich einen gewissen Service. Ich muss mich normalerweise weder um die Bettwäsche noch um die Zimmerreinigung kümmern. Bei einer Ferienwohnung sieht das anders aus.
Dort lebe ich für einige Tage oder vielleicht sogar Wochen weitgehend wie zu Hause. Ich koche selbst, wasche mein Geschirr ab und halte die Räume während meines Aufenthalts einigermaßen sauber. Deshalb empfinde ich es auch nicht als außergewöhnliche Belastung, vor der Abreise noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ich als Gast für die komplette Endreinigung verantwortlich sein sollte. Aber ich finde, man sollte schon zwischen einem gewissen Maß an Eigenverantwortung und einer übertriebenen Liste an Putzaufgaben unterscheiden. Schließlich entscheidet man sich mit einer Ferienwohnung bewusst für eine andere Art der Unterkunft als mit einem Hotelzimmer.
Zwischen Rücksichtnahme und übertriebenen Forderungen
In seinen neuen Richtlinien sieht Airbnb immerhin Ausnahmen vor, wenn besondere örtliche Umstände bestimmte Aufgaben rechtfertigen. Die Plattform nennt als Beispiel Regionen mit Bären, in denen der Müll entsprechend gesichert werden muss.
Ich finde, genau hier sollte man differenzieren. Natürlich darf ein Gastgeber nicht erwarten, dass Gäste nach ihrem Urlaub die komplette Wohnung grundreinigen. Aber ist es wirklich zu viel verlangt, das Geschirr abzuwaschen oder die Bettwäsche abzuziehen?
Für mich persönlich nicht. Allerdings kommt es auch darauf an, was überhaupt verlangt wird. Wenn in der Hausordnung steht, dass wir die Betten abziehen sollen, dann machen wir das auch. Steht nichts davon drin, bleibt die Bettwäsche eben drauf. Das Bett wird trotzdem einigermaßen ordentlich hinterlassen. Wir machen schließlich Urlaub und keine Ausbildung zur Hotelfachkraft 😉
Für mich ist das letztendlich eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Ich finde es ebenfalls fragwürdig, eine lange Liste mit Reinigungsarbeiten abzuarbeiten und gleichzeitig eine ordentliche Endreinigungsgebühr zu kassieren. Ein paar Handgriffe sind für mich selbstverständlich, eine komplette Endreinigung hingegen nicht.
Wichtig wäre mir, dass solche Erwartungen bereits vor der Buchung klar kommuniziert werden und im Rahmen der Plattformregeln bleiben. Dann weiß man als Gast, worauf man sich einlässt, und kann entsprechend entscheiden.
Was ich mich bei der ganzen Diskussion allerdings auch frage, ist: Werden die Unterkünfte dadurch am Ende vielleicht teurer? Die Höhe der Reinigungsgebühren bestimmen die Gastgeber weitgehend selbst. Wenn bestimmte Arbeiten künftig nicht mehr von den Gästen verlangt werden dürfen, könnten die zusätzlichen Kosten möglicherweise auf die Reinigungsgebühr oder den Übernachtungspreis aufgeschlagen werden. Ob das tatsächlich geschieht, bleibt abzuwarten.
Es wäre jedenfalls ziemlich ärgerlich, wenn Gäste zwar weniger Aufgaben übernehmen müssten, dafür aber mehr bezahlen würden. Dann hätte sich das Problem womöglich nur verlagert.
Ein bisschen Rücksicht sollte selbstverständlich sein
Ob die neuen Airbnb-Regeln tatsächlich für mehr Zufriedenheit sorgen werden, bleibt abzuwarten. Ich kann nachvollziehen, dass die Plattform übertriebene Forderungen einzelner Gastgeber begrenzen möchte. Gleichzeitig hoffe ich, dass die besonderen Umstände abgelegener Ferienunterkünfte dabei ausreichend berücksichtigt werden.
Für mich persönlich wird sich jedenfalls wenig ändern. Ich werde auch weiterhin die Bettwäsche abziehen (sofern dies in der Hausordnung steht), die Handtücher zusammenlegen und die Unterkunft möglichst ordentlich hinterlassen. Nicht, weil Airbnb oder ein Gastgeber mich dazu verpflichtet, sondern weil das für mich einfach dazugehört.
Und sollte die Müllstelle beim nächsten Aufenthalt in Nordnorwegen wieder unter einem halben Meter Schnee verschwunden sein, muss eben erneut die innere Polarforscherin aktiviert werden 😉
Wie handhabt ihr das bei euren Ferienunterkünften? Zieht ihr vor der Abreise selbstverständlich die Betten ab und bringt den Müll weg? Oder findet ihr, dass solche Aufgaben mit der Reinigungsgebühr bereits abgegolten sein sollten? Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr bisher gemacht habt.
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