Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal voller Begeisterung darüber schreiben würde, wie unterhaltsam es sein kann, Blut von Wänden zu schrubben, Leichenteile einzusammeln und Beweismaterial verschwinden zu lassen. Aber hier sind wir nun..
Crime Scene Cleaner wurde vom polnischen Entwicklerstudio President Studio entwickelt und ist seit dem 14. August 2024 für den PC (Link zu Steam) erhältlich. Das Spiel wurde von President Studio und PlayWay S.A. veröffentlicht. Schon das ungewöhnliche Konzept hatte damals schnell meine Aufmerksamkeit: Wir beseitigen im Auftrag der Mafia die Spuren mehr oder weniger vollständig eskalierter Verbrechen.
Das Spiel gehört zu den Titeln, deren Konzept zunächst ziemlich makaber klingt, sich dann aber überraschend schnell als ausgesprochen motivierend herausstellt (außer für Emma. Nach einer Map gibt sie gerne mal auf 😉). Ich habe es damals innerhalb relativ kurzer Zeit durchgespielt. Nicht, weil es besonders kurz gewesen wäre, sondern weil es mich schnell gepackt hat. Kaum war ein Tatort gereinigt, wollte ich wissen, welches völlig eskalierte Chaos mich in der nächsten Mission erwarten würde.
Tatortreinigung im Auftrag der Mafia
In Crime Scene Cleaner schlüpfen wir in die Rolle des Familienvaters Kovalsky, der dringend Geld für die Behandlung seiner Tochter benötigt. Seine eher spezielle Einnahmequelle besteht darin, für die Mafia Tatorte zu reinigen und sämtliche Spuren zu beseitigen, bevor die Polizei erscheint.
Ausgerüstet mit Mopp, Schwamm, Eimer und Müllsäcken werden Blutlachen entfernt, Möbel wieder an ihren Platz gestellt und Müll entsorgt. Später stehen auch einige deutlich praktischere Werkzeuge zur Verfügung. Außerdem müssen Beweisstücke gefunden und eingesammelt werden. Wertgegenstände dürfen gelegentlich ebenfalls mitgenommen werden. Die Besitzer benötigen sie schließlich eher nicht mehr. Das ist moralisch fragwürdig, aber wirtschaftlich nachvollziehbar.
Dabei erzählt jeder Tatort seine eigene kleine Geschichte. Man findet Nachrichten, Dokumente und verschiedene Hinweise darauf, was sich vor der eigenen Ankunft abgespielt hat. Während man die Überreste eines Verbrechens beseitigt, setzt sich nach und nach zusammen, was dort eigentlich passiert ist. Das verleiht den Missionen deutlich mehr Persönlichkeit, als man es bei einem reinen Reinigungsspiel erwarten würde.
Merkwürdig entspannend – trotz der ganzen Leichen
Die Grundidee ist blutig, das eigentliche Gameplay ist jedoch erstaunlich entspannend. Ein vollkommen verwüsteter Ort verwandelt sich nach und nach wieder in einen halbwegs normalen Raum. Das Blut verschwindet von Böden und Wänden, die Müllberge werden kleiner und die Möbel stehen irgendwann wieder an ihrem Platz.
Dieses sichtbare Vorankommen ist unglaublich befriedigend. Zu Beginn einer Mission wirkt alles hoffnungslos chaotisch. Einige Zeit später schaut man sich um und denkt: „Das sieht doch schon fast wieder bewohnbar aus.“ Gut, von den vorherigen Bewohnern sprechen wir lieber nicht.
Gleichzeitig ist Crime Scene Cleaner kein Spiel, bei dem man vollkommen gedankenlos mit dem Mopp durch die Gegend laufen kann. Das Wasser wird schmutzig, Werkzeuge müssen sinnvoll eingesetzt und größere Tatorte möglichst effizient abgearbeitet werden. Manche Gegenstände lassen sich leicht übersehen und spätestens dann beginnt die verzweifelte Suche nach dem letzten Müllstück oder einem winzigen Blutfleck.
Das Spiel schafft dabei eine gute Mischung aus entspannter Putzroutine, Erkundung und schwarzem Humor. Es nimmt sein makabres Konzept ernst genug, um eine interessante Atmosphäre aufzubauen, verliert dabei aber nie den leicht absurden Unterton. Genau diese Mischung hat für mich sehr gut funktioniert.
Das Nightmare Update: Bekannte Tatorte, neue Albträume
Nachdem ich das ursprüngliche Spiel beendet hatte, war ich ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht, dass es schon vorbei war. Zum Glück blieb es nicht dabei. Seit dem 24. Juli 2025 gibt es das kostenlose „Nightmare Update“, das nach Abschluss der ursprünglichen zehn Missionen weitere Herausforderungen freischaltet.
Insgesamt bringt das Update 20 neue Herausforderungen mit. Die zehn bekannten Tatorte aus Akt 1 können in einer neuen „Nightmare“-Version gespielt werden. Dabei handelt es sich jedoch nicht einfach um dieselben Missionen mit mehr Blut oder einem höheren Schwierigkeitsgrad. Die Schauplätze werden in düstere Albtraumwelten verwandelt, erzählen neue Geschichten und enthalten veränderte Mechaniken. Dadurch wirken bekannte Orte plötzlich vollkommen anders und teilweise angenehm verstörend.
Ich arbeite mich immer noch durch diese Nightmare-Varianten durch. Teilweise sind die Level deutlich verrückter als die ursprünglichen Missionen und man weiß nie so genau, was sich hinter der nächsten Tür verbirgt. Das Spiel nutzt die bekannten Schauplätze, ohne dass diese sich wie eine billige Wiederholung anfühlen. Stattdessen wirken die Missionen wie bizarre, alternative Versionen der ursprünglichen Ereignisse.
Daneben gibt es den True Cleaner Mode. Hier werden die normalen Tatorte noch einmal gespielt, allerdings ohne Aufgabenliste und ohne den hilfreichen Cleaner Sense. Es wird also nicht mehr bequem angezeigt, in welcher Ecke noch etwas fehlt. Wer unbedingt herausfinden möchte, wie lange man nach einem einzelnen Blutfleck unter einem Tisch suchen kann, erhält hier die vermutlich wissenschaftlich nicht benötigte Antwort.
Als Belohnung können neue Skins freigeschaltet werden. Darüber hinaus gibt es weitere Achievements und zehn versteckte Kassetten zum Sammeln. Die neue Fähigkeit „6th Sense“ markiert Gegenstände, die wieder an ihren ursprünglichen Platz gestellt werden müssen. Das ist besonders in der Mission „Modern Art“ hilfreich. Die Suche nach einem falsch abgestellten Dekogegenstand kann dort sonst schnell mehr Nerven kosten als das Beseitigen sämtlicher Leichen.
Zwei Community-Maps für weiteren Nachschub
Inzwischen wurden außerdem zwei Community-Maps ergänzt. Auch diese ermöglichen es, nach dem Ende der ursprünglichen Geschichte noch einmal zum Putzeimer zu greifen.
Grundsätzlich finde ich es schön, dass das Spiel nach der Veröffentlichung nicht einfach liegen gelassen wurde. Gerade bei einem Titel wie Crime Scene Cleaner leben viele Missionen von ihren ungewöhnlichen Schauplätzen und den kleinen Geschichten, die dort erzählt werden. Zusätzliche Karten bieten deshalb nicht nur mehr vom bekannten Gameplay, sondern auch neue Tatorte, die man Stück für Stück erkunden kann.
Natürlich erfindet sich das Spiel dadurch nicht vollkommen neu. Am Ende wischen wir weiterhin Blut von Wänden, tragen Müllsäcke zum Auto und rätseln darüber, warum Menschen ihre Möbel offenbar grundsätzlich an den unpraktischsten Stellen platzieren. Aber genau das möchte ich bei neuen Inhalten schließlich auch tun.
Act 2 führt Kovalskys Geschichte weiter
Am 26. März 2026 erschien mit Act 2 schließlich ein weiteres kostenloses Update. Darin wird Kovalskys Geschichte mit fünf neuen Missionen fortgeführt und vorerst zu einem Abschluss gebracht. Neben den neuen Tatorten wurden weitere freischaltbare Skins, Musikstücke und Achievements hinzugefügt.
Auch Act 2 habe ich inzwischen durchgespielt und wurde erneut sehr gut unterhalten. Die neuen Missionen setzen das bekannte Prinzip fort, sind aber groß und abwechslungsreich genug, um nicht wie ein bloßer Nachschlag zu wirken. Gleichzeitig entwickelt sich die Geschichte um Kovalsky, seine Tochter Elena und den Mafiaboss Big Jim weiter.
Zwar war die Handlung für mich nie der einzige Grund, Crime Scene Cleaner zu spielen, aber sie gibt den einzelnen Aufträgen einen roten Faden. Kovalsky ist eben kein namenloser Angestellter mit einem auffällig hohen Verbrauch an Reinigungsmitteln. Hinter seinen Entscheidungen steckt eine persönliche Motivation. Allerdings würde sein beruflicher Alltag inzwischen vermutlich einige sehr interessante Gespräche mit einer Therapeutin erfordern.
Act 2 hat mir deshalb nicht nur wegen der neuen Tatorte gefallen. Es war schön, wieder in diese schräge Welt zurückzukehren und zu erfahren, wie Kovalskys Geschichte weitergeht. Der typische Humor, die kleinen Details und die gelegentlich völlig eskalierenden Situationen funktionieren weiterhin ausgesprochen gut.
Als Nächstes wird es radioaktiv
Nach Act 2 soll mit Crime Scene Cleaner: Biohazard erstmals ein kostenpflichtiges DLC erscheinen. Diesmal geht es nicht nur um gewöhnliche Blutlachen und herumliegende Körperteile, sondern um toxische Verschwörungen, Industriesabotage und radioaktive Kontamination.
Im Mittelpunkt steht ein ehrgeiziger Kraftstoffbaron, der einen angeblichen Wunderkraftstoff namens „Chernoxide“ auf den Markt gebracht hat. Die Substanz soll den amerikanischen Kraftstoffmarkt revolutionieren, hat allerdings den eher ungünstigen Nebeneffekt, hochgiftig zu sein. Als radikale Ökoterroristen die Anlagen des Barons sabotieren, breitet sich das radioaktive Chaos in der Stadt aus.
Selbstverständlich besteht unsere Aufgabe nicht darin, die Öffentlichkeit zu warnen oder die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Das wäre schließlich viel zu vernünftig. Wir sollen vielmehr die Folgen beseitigen, die Kontamination eindämmen und die tatsächlichen Gefahren von Chernoxide vertuschen, bevor jemand unangenehme Fragen stellt.
Das DLC soll dafür neue Spielmechaniken einführen. Chernoxide verursacht giftige Wolken, die nur mit geeigneter Schutzausrüstung betreten werden können. Eine Schutzmaske und ein Neutralisierungsspray sollen dabei helfen, verseuchte Bereiche zu durchqueren und radioaktive Flecken sowie Abfälle zu beseitigen. Im weiteren Verlauf sollen zusätzliche Ausrüstungsgegenstände und Möglichkeiten zum Umgang mit der Kontamination freigeschaltet werden.
Das klingt nach einer sinnvollen Weiterentwicklung des bisherigen Gameplays. Anstatt lediglich noch größere Blutlachen zu verteilen, führt Biohazard eine zusätzliche Gefahrenebene ein. Offensichtlich muss man nicht nur gründlich reinigen, sondern auch darauf achten, nicht selbst leuchtend grün aus dem Gebäude zu kommen.
Ein genaues Veröffentlichungsdatum gibt es bislang leider noch nicht. Auf Steam wird der Termin weiterhin lediglich als „noch anzukündigen“ angegeben. Ich bin dennoch ziemlich sicher, dass auch Biohazard wieder ausgesprochen unterhaltsam wird. Die Mischung aus radioaktiver Katastrophe, Vertuschung und einer vollkommen überforderten Reinigungskraft passt einfach zu gut zu diesem Spiel.
Mein Fazit zu Crime Scene Cleaner
Crime Scene Cleaner ist ein Spiel, das auf den ersten Blick ziemlich absurd wirkt, aber dann erstaunlich gut funktioniert. Das Reinigen der Tatorte ist motivierend, die Schauplätze sind abwechslungsreich und der schwarze Humor trifft genau meinen Geschmack.
Besonders positiv finde ich, dass nach der ursprünglichen Veröffentlichung noch so viel Inhalt hinzugekommen ist. Das „Nightmare Update“ verwandelt bekannte Missionen in neue, düstere Szenarien, die Community-Maps sorgen für zusätzlichen Nachschub und „Act 2“ führt die Geschichte mit mehreren neuen Tatorten weiter.
Mittlerweile habe ich viele Stunden mit Mopp, Müllsäcken und dem diskreten Abtransport menschlicher Überreste verbracht und dabei vermutlich mehr Spaß gehabt, als gesellschaftlich angemessen ist. Nun bin ich gespannt, wie sich Biohazard spielen wird. Radioaktive Verschmutzungen zu beseitigen, während im Hintergrund eine toxische Verschwörung vertuscht wird, klingt jedenfalls nach einem vollkommen normalen Arbeitstag für Kovalsky.
Habt ihr Crime Scene Cleaner bereits gespielt? Und würdet ihr euch an die Nightmare-Missionen oder sogar den True Cleaner Mode wagen?






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