Bloggen wirkt von außen oft leichter, als es sich von innen anfühlt. Man schreibt ein paar Texte, lädt Bilder hoch, klickt auf Veröffentlichen. Fertig. Zumindest ist das die Vorstellung. Die Realität besteht eher aus offenen Entwürfen, aus Gedanken, die im Kopf fertig sind, aber nie den Weg in den Editor finden, und aus Abenden, an denen schlicht die Energie fehlt.​

Der Jahresanfang ist ein guter Moment, um das nicht schönzureden.

Innere Ansprüche und fehlende Energie

Zeitmangel ist es bei mir nicht im klassischen Sinne. Ich könnte mir Zeit nehmen. Ideen sind ebenfalls genug da. Von Fotoprojekten über Buchimpressionen bis hin zu Eishockey-Abenden beim ERC Ingolstadt. Die größte Herausforderung ist eine Mischung aus innerem Druck und echter Erschöpfung.​

Manchmal fehlt mir schlicht die Motivation. Nicht, weil mir Bloggen egal geworden ist, sondern weil das Leben drumherum laut ist. Arbeit, Hobbys, Termine, Verpflichtungen. Dinge, die wichtig sind und Energie kosten. Bloggen ist dann kein Rückzugsort mehr, sondern etwas, das zusätzlich Aufmerksamkeit verlangt.

Gerade an solchen Tagen wirkt der innere Anspruch besonders schwer. Der Gedanke, dass ein Beitrag nicht nur geschrieben, sondern auch durchdacht, überarbeitet und mit passenden Fotos versehen werden möchte, kann lähmend sein. Also bleibt der Editor zu. Nicht aus Faulheit, sondern aus Erschöpfung.​

Wenn Bloggen auf die Prioritätenliste rutscht

Bloggen ist für mich kein Job. Es ist ein Herzensprojekt. Genau deshalb rutscht es im Alltag auch manchmal nach hinten. Wenn die Energie begrenzt ist, gewinnen Arbeit und reale Verpflichtungen. Das ist keine Niederlage, sondern eine Entscheidung.​

Trotzdem meldet sich dann schnell das schlechte Gewissen. Man war länger still. Man hätte doch eigentlich schreiben wollen. Diese innere Stimme ist erstaunlich ausdauernd und leider selten hilfreich.

Dazu kommt die unausgesprochene Erwartung, konstant sichtbar zu sein. Regelmäßig zu posten, dranzubleiben, nicht zu verschwinden. Kreativität lässt sich aber nicht erzwingen. Wer versucht, sie wie einen festen Programmpunkt zu behandeln, verliert früher oder später die Freude daran.​

Wie ich heute damit umgehe

Ich habe gelernt, meine Energie ernster zu nehmen als meinen Veröffentlichungsrhythmus. Texte dürfen entstehen, wenn Raum dafür da ist. Sie müssen nicht sofort fertig sein. Und sie müssen schon gar nicht sofort online gehen.​

  • Ich schreibe oft in Etappen: Ein paar Sätze hier, eine Idee dort – vielleicht nach einem Spiel oder während einer Lesepause. Manchmal dauert es Wochen, bis ein Text rund ist. Manchmal bleibt er Entwurf. Das ist in Ordnung.
  • Vor allem habe ich akzeptiert, dass Motivation kein Dauerzustand ist. Sie kommt und geht. Entscheidend ist nicht, immer motiviert zu sein, sondern ehrlich zu sich selbst. Wenn ich müde bin, dann bin ich müde. Dann zwinge ich keinen Text in die Welt, nur um aktiv zu wirken.​

Was ich daraus gelernt habe

Meine größte Herausforderung beim Bloggen ist nicht Technik, Zeitmanagement oder fehlende Ideen. Es ist der Balanceakt zwischen Anspruch, Energie und Alltag.

Ich blogge, weil es mir etwas gibt. Sobald es mir mehr nimmt als zurückgibt, ist ein Schritt zurück die gesündere Wahl. Bloggen darf warten. Die eigene Erschöpfung nicht. Und ganz nüchtern betrachtet: Blogs überleben Pausen.

Was ist eigentlich der #bloggerschnack?

Der #bloggerschnack ist eine monatliche Mitmach-Aktion aus dem Bloghexen-Forum. Jeden Monat gibt es ein neues Thema – querbeet und aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Egal, ob Buchblog, Reiseblog oder Gedankenwelt: Alle Blogger*innen sind herzlich eingeladen, dabei zu sein!

Wenn du mehr erfahren oder selbst mitmachen möchtest, schau gern im Bloghexen-Forum vorbei.

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