Am 11. Februar war es wieder so weit: Das einzige Panther Dinner des ERC Ingolstadt dieser Saison fand im VIP-Raum der Saturn Arena statt. Es gab 120 Tickets. Drei Gänge. Zwei Getränke. Und fast der komplette Kader zum Anfassen nah. Ich hatte mir mein Ticket schon Mitte Januar beim Spiel gegen Straubing gesichert. Es war die Nummer 65. Ich stand extra früh an, weil ich wusste: Wenn ich hin will, muss ich mich kümmern. Und ich wollte hin. Auch wenn ich dachte, dass ich diesmal allein gehen würde.
Letztes Jahr war Carmen mit Familie dabei. Dieses Jahr hatte sie keine Zeit. Da war ich ein wenig traurig darüber. Ich war trotzdem entschlossen zu gehen. Notfalls eben allein.
Mittwoch – Kopfkino am Vormittag
Am Mittwochvormittag kamen dann die Zweifel. War das wirklich eine gute Idee? Große Veranstaltungen sind nicht immer leicht für mich. Wenn innerlich sowieso schon einiges wackelt, fühlt sich so ein Abend schnell überforderner an, als er eigentlich ist.
Und dann schrieb Carmen. Einfach so. Wie es mir geht. Ich habe ehrlich geantwortet. Und plötzlich ließ sie die Bombe platzen: Sie hatte selbst ein Ticket. Sie wollte mich überraschen. Ich saß da mit einem breiten Grinsen. Diese verrückte Nudel 😝💕

Anstehen mit Nebenwirkungen
Ich war früh da. Wenn schon, denn schon. Ein guter Tisch ist wichtig. Idealerweise mit einem deutschsprachigen Spieler, damit ich mich nicht gleichzeitig um Smalltalk und Übersetzen kümmern muss.
Vor dem VIP-Eingang hatten sich bereits einige Leute versammelt. Neben – oder besser gesagt hinter – mir stand eine Dame mit ausgeprägtem Bewegungsdrang und noch ausgeprägterem Nikotinkonsum. Ich habe immer wieder ihren Rauch abbekommen und wurde nebenbei jedes Mal angerempelt, wenn sie sich mit ihrer Begleitung unterhalten hat. Ich hasse es, wenn mir die Leute so auf die Pelle rücken.
Ich habe gemerkt, wie mein Körper langsam in Alarmbereitschaft ging. Enge. Geruch. Geräusche.
Nicht optimal.
Als sie sich beim Einlass an mir vorbeischob, habe ich sie einfach ziehen lassen. Manche Schlachten lohnt es sich nicht zu kämpfen.

Der Tischmoment
Drinnen habe ich sofort einige noch leere Tische entdeckt. Daniel Schmölz saß dort, daneben ein jüngerer Spieler, den ich erst nicht zuordnen konnte 🫣
Ich bin einfach hin.
„Ist hier noch frei?“
War es 😁
Später stellte sich heraus, dass es Philipp Preto war. Zum Glück stand sein Name auf der Tischkarte, sonst hätte ich mich noch weiter blamiert. Ich war anfangs etwas nervös, habe aber einfach angefangen zu reden. Fragen gestellt. Noch eine Frage. Und noch eine. Natürlich mit dem obligatorischen „Sorry, dass ich dich so löchere“.
Er war entspannt. Freundlich. Geduldig.
Als Carmen, Tobi und die Kids kamen, war der Tisch perfekt. Der Kleine saß neben Philipp und hat genauso neugierig Fragen gestellt wie ich. Und alles wurde ruhig beantwortet. Und Philipp Preto ist nun sein Lieblingsspieler.
Zwischendurch servierten die Spieler sogar selbst die Vorspeise und später das Dessert an den Tischen. Das hat schon was, wenn dir ein Eishockeyprofi deine Suppe serviert 😁

Überraschend angenehm
Positiv überrascht hat mich die Lautstärke. Große Räume mit vielen Menschen sind für mich oft schwierig. Da ich auf einer Seite schwerhörig bin, verschwimmt alles zu einem Geräuschbrei, wenn alle gleichzeitig reden. Hier war es angenehm. Ich konnte Gespräche führen, ohne ständig nachfragen zu müssen oder innerlich völlig erschöpft zu sein.
Das klingt vielleicht banal, ist für mich aber ein echter Unterschied.

Das Essen
Die Hummercremesuppe war für Vegetarier natürlich nichts. Das Gemüse beim Hauptgang war sehr… sagen wir mal… großzügig mit Fett versehen.

Nicht alles war kulinarisch ein Highlight. Aber darum geht es an so einem Abend auch nicht wirklich.
Es geht um Gespräche. Nähe. Ein bisschen dieses „Hinter die Kulissen schauen“.

Und am Ende
Wir sind gegen 22 Uhr gegangen. Wir waren müde, aber zufrieden.
Ich bin froh, dass ich mich von meinen Zweifeln nicht habe aufhalten lassen. Und noch glücklicher, dass ich diesen Abend nicht allein erleben musste.
Manchmal braucht es nur einen guten Tisch, die richtigen Menschen und jemanden, der kurzfristig an Karten gekommen ist.

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